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CIO Ausblick 2021

CIO Ausblick 2021

Tektonische Verschiebung: Ein Blick jenseits der COVID-19 Pandemie.

Unsere größte Hoffnung für 2021 ist, dass wir die Corona-Pandemie hinter uns lassen können. Angesichts der nächstes Jahr zu erwartenden verfügbaren Impfstoffe erscheint dies realistisch. Die Diskussion rund um die politischen Reaktionen auf die Corona-Pandemie und ihre sozialen und wirtschaftlichen Folgen dürften jedoch noch einige Jahre andauern. Die vollständige Aufarbeitung großer Krisen hat in der Vergangenheit meist lange gedauert. So diskutieren Wirtschaftswissenschaftler noch heute – neun Jahrzehnte später – über den Umgang mit der Großen Depression und ihre Folgen. 

 

Für eine ausführliche Analyse bleibt uns aber kurz vor dem Jahreswechsel keine Zeit. Stattdessen benötigen wir als Ausgangspunkt ein Rahmenkonzept, anhand dessen wir die Nachwirkungen der Pandemie in Bezug auf die Aussichten für die Wirtschaft, Gesellschaft und Kapitalanlage beurteilen.

 

Zu diesem Zweck vermitteln wir in diesem Ausblick vier verschiedene Perspektiven bezogen auf die Bedeutung der Krise. Wir betrachten die Krise aus der Sicht von Individuen, Unternehmen, der politischen Ökonomie und der globalen Weltordnung.

 

Die Auswirkungen der Pandemie auf Politik, Wirtschaft und Kapitalanlage erscheinen aus diesen vier Blickwinkeln betrachtet jeweils in einem anderen Licht.

 

Eine der Hauptsorgen ist, dass diese Auswirkungen nicht nur identifiziert werden müssen, sondern dass auch das Potenzial, inwieweit diese Folgen im Jahr 2021 wieder rückgängig gemacht werden können, zu beurteilen ist. (In welchem Umfang werden Angestellte beispielsweise wieder zurück in die Büros in ihren Unternehmen gehen?)

 

Die kurzfristigen Aussichten einer Erholung sind zwar wichtig, wir müssen die Pandemie und ihre Folgen aber auch über einen längerfristigen Zeithorizont betrachten. Die Pandemie hat nicht nur neue Probleme geschaffen, sondern auch viele bereits bestehende wirtschaftliche und anlagespezifische Trends beschleunigt oder verstärkt. All diese Trends haben eines gemeinsam: die vier „Ds“ (4Ds) stehen dabei häufig im Mittelpunkt: Divergenz bezogen auf Einkommen, Wohlstand und wirtschaftlichen Fortschritt innerhalb und zwischen einzelnen Volkswirtschaften; Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Art, wie Einzelpersonen, Unternehmen und Regierungen tätig sind; Demografie, da die schon länger bestehenden Verschiebungen in der Bevölkerungsverteilung die politischen und wirtschaftlichen Prioritäten ändern; und schließlich Schulden (Debt) – sowohl Schulden der öffentlichen Hand (vor dem Hintergrund explodierender Haushaltsdefizite) als auch die des privaten Sektors. 

Wir müssen die Pandemie und ihre Folgen über einen längerfristigen Zeitraum betrachten. Die 4 „Ds“ – Divergenz, Digitalisierung, Demografie und Schulden (Debt) – werden weiterhin Themen von Bedeutung sein.

Christian Nolting

Globaler CIO, Deutsche Bank International Private Bank

Die Betrachtung des Coronavirus in einem langfristigen Kontext hat zwei Folgen für Kapitalanlagen.

 

1. Wenn Sie diese Problematik nicht nur als Frage der kurzfristigen Erholung sehen, sondern auch als Reaktion auf strukturelle Veränderungen bei wirtschaftlichen und anlagebezogenen Beziehungen (die „tektonischen Platten“ auf unserer Titelseite), dann muss eine Reaktion aus Sicht der Kapitalanlage nicht nur taktischer Natur sein, sondern auch strategischer. Wir glauben, dass die beste Vorgehensweise in einer strategischen Assetallokation (SAA) liegt. Damit lassen sich sowohl die geänderten Beziehungen zwischen Anlageklassen nachvollziehen als auch die Unsicherheiten rund um ihre zukünftige Entwicklung reduzieren.

 

2. Sowohl im Rahmen einer SAA als auch bei Satelliten-Investments in bestehenden Portfolios ist es unserer Ansicht nach sinnvoll, in zentrale Investmentthemen zu investieren, die eine zunehmende Rolle in der langfristigen globalen Entwicklung spielen. Seit 2017 entwickeln wir zentrale Investmentthemen. Inzwischen haben wir insgesamt zehn solcher Themen erarbeitet, die wir in einem Dreieck positionieren,
das durch die Oberthemen Technologie, Demografie und Nachhaltigkeit (TEchnology, Demographics und Sustainability; kurz TEDS) begrenzt ist. Aus den von uns erörterten Gründen wird Nachhaltigkeit – häufig in Form von ESG-Anlagen – in den kommenden Jahren wahrscheinlich noch wichtiger werden. In diesem Jahr werden wir unsere Perspektive in Bezug auf Nachhaltigkeit durch die Einführung eines neuen zentralen Investmentthemas hinsichtlich der Blue Economy vertiefen. Zu den anderen zentralen Investmentthemen von besonderer Bedeutung für das Jahr 2021 könnten Cybersicherheit, 5G, das Gesundheitswesen, die Millennials und Ressourcenschonung gehören. 

 

Hier können Sie ein druckerfreundliches PDF des vollständigen Berichts herunterladen. 

 

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Folge #1

Unser Alltag: keine Rückkehr zum status quo ante

Die Pandemie hat unser Leben in vielerlei Hinsicht verändert. Unter anderem spielt der Staat eine größere Rolle in unserem Leben – zum Beispiel bei wirtschaftlicher Unterstützung und im Gesundheitswesen. Die Auswirkungen sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheit rücken stärker in den Fokus. Und wir führen weiterhin Debatten über unsere soziale und physische Infrastruktur – darüber, wie wir leben.

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Folge #2

Neuerfindung des Geschäftslebens: Wesentliche Änderungen sind zu erwarten

Um sich von der Pandemie zu erholen ist ein Prozess, in dem sich die Wirtschaft neu erfindet, notwendig. Aber ist eine stärkere Beteiligung und Unterstützung des Staates dabei eine Hilfe oder ein Hindernis? Ein stärkeres Engagement bezüglich ESG-Themen (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) wird auch die Neuerfindung leiten – Technologie spielt hierbei eine Schlüsselrolle.

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Folge #3

Die politische Volkswirtschaft: Ein Blick in "4D"

Regierungen müssen sich mit mehreren Fragen befassen, die sich aus den „4D’s“ Divergenz, Digitalisierung, Demografie und Schulden („Debt“) ergeben. Da die Fiskal- und Geldpolitik in 2021 und darüber hinaus weiterhin unter extremem Druck steht, dürfte die Suche nach neuen Ansätzen fortgesetzt werden. Regierungen, Bevölkerung und Kapitalmärkte brauchen politisch akzeptable Lösungen.

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Folge #4

Die neue Weltordnung: Gewinner und Verlierer

Das Coronavirus hat bereits bestehende langfristige Trends beschleunigt – insbesondere den Aufstieg Asiens. In der Zwischenzeit setzt sich die Divergenz der entwickelten Welt fort, da sie sich mit unterschiedlichen strukturellen Veränderungen befassen müssen. Eine neue Weltordnung wird eine Lokalisierung beinhalten, die den Multilateralismus und die Neuerfindung von Währungen hinterfragen wird.

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Folge #5

Zentrale Investmentthemen: ESG im Fokus

„Tektonische Verschiebungen“ aufgrund der Pandemie erfordern sowohl strategische als auch taktische Investitionsreaktionen. Unsere zehn zentralen Investmentthemen werden in einem TEDS-Dreieck dargestellt – Technologie, Demografie und Nachhaltigkeit („Sustainability“). Cybersicherheit, 5G, Gesundheitswesen, Millennials und die "Blue Economy" werden im Jahr 2021 einen besonderen Schwerpunkt bilden.

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