Das Stocken der Handelsgespräche zwischen den USA und China hat den Finanzmärkten kurzfristig einen Dämpfer versetzt. Die Aprildaten deuten bereits auf ein rückläufiges Geschäfts- und Konsumklima hin. Mit weiteren Folgen des Handelsstreits und anderer Politikfaktoren ist zu rechnen.

 

1. Der Handelsstreit hat sich nicht nur bei Aktien sondern auch bei Anleihen, Devisen und anderen Märkten bemerkbar gemacht.

Die Reaktion des Aktienmarktes auf die Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China ließ die Bewertungen des S&P500 bereits unter historische Durchschnitte fallen. Sie wirkte sich auch auf den Rentenmarkt aus, wo sie für einen Rückgang der Staatsanleiherenditen der Kernländer sorgte (da die Anleger nach Sicherheit strebten) und bei den Unternehmensanleihen eine Ausweitung der Renditeabstände von US-High Yields hervorrief. Trotz der Bedenken im Zusammenhang mit Iran blieben die Ölpreise aufgrund von Sorgen um die Folgen des Handelsstreits für das weltweite Konjunkturwachstum und somit die Ölnachfrage niedrig. Der Goldpreis zählte zu den wenigen Gewinnern - möglicherweise nur vorübergehend.

 

2. Der Konflikt bremst bereits Geschäfts- und Konsumklima, was sich quer über die Regionen auch auf andere Daten auswirken dürfte.

Es stellt sich die Frage, in wieweit der Handelsstreit die Stimmung von Verbrauchern und Unternehmen und somit die künftige Produktion und den Verbrauch beeinträchtigen wird. Die „harten“ Daten (z. B. Produktion) liegen erst bis April vor – vor der Unterbrechung der Handelsgespräche. Sie zeigen aber bereits das langsamere Wachstum in vielen Bereichen wie z. B. der Industrieproduktion, den Anlageinvestitionen und den Umsätzen im Einzelhandelsumsatz in China und in USA. Mit Zweitrundeneffekten, wenn die trübere Stimmung nach Unterbrechung der Handelsgespräche auf „harte“ Wirtschaftsdaten durchschlägt, ist zu rechnen. Eine wichtige Unbekannte bleibt, in welchem Umfang sich diese Situation über einen direkten Handelsstreit zwischen den USA und China hinaus entwickeln wird. Grundsätzlich offen ist weiter die Frage von Zöllen auf Autoimporte aus Europa und welche Folgen das für Deutschland haben könnte.

 

3. Über Inflation und Produktion könnten sich auch Effekte auf die Geldpolitik ergeben. Starke Kursänderungen der Fed sind aber unwahrscheinlich.

Rückwirkungen sind auch auf die Geldpolitik (höhere Importpreise sorgen für steigende Inflation) und die Haushaltspolitik (Reaktion der Regierungen auf geringeres Wachstum) zu erwarten. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Fed einen zollbedingten Anstieg der US-Inflation als vorübergehend betrachten und die Geldpolitik unverändert lassen wird. Die Folgen für die EZB dürften wegen der niedrigen Inflation kaum spürbar sein. In China dürfte die Inflation ein geringeres Problem für die Notenbank darstellen als deren Bemühungen, anderen offiziellen Stellen des Landes dabei behilflich zu sein, für eine sanfte Landung der Konjunktur zu sorgen: Die Stimuli dürften zunehmen, falls sich das Konjunkturwachstum in China weiter verlangsamen sollte.

 

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