Zu Jahresbeginn schienen sich die wichtigsten Notenbanken auf einem Kurs allmählicher geldpolitischer „Normalisierung“ zu befinden. Mit dem zunehmend unter Druck geratenden globalen Wachstum scheint allerdings erneut eine akkommodierende Geldpolitik am Horizont aufzutauchen.


1. Marktteilnehmer erwarten zunehmend eine Leitzinssenkung und die Tonalität von Fed-Mitgliedern geht Richtung Lockerung.

Die US Federal Reserve (Fed) hat die Geldpolitik wesentlich schneller normalisiert, da sie bereits frühzeitig die Zinsen angehoben und begonnen hat, ihre Bilanz zu reduzieren. Einige Fed-Mitglieder sowie der Fed-Vorsitzende Powell sprachen sich jedoch zunehmend für eine entgegenkommende Geldpolitik aus. Darüber hinaus ist die marktbasierte Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung bei der FOMC-Sitzung im Juli jetzt auf über 70% gestiegen. Natürlich können sich die Märkte irren, aber der Druck scheint eindeutig in eine Richtung zu gehen. Die Fed könnte auch Zwischenschritte unternehmen, z. B., indem sie die Reduzierung der Bilanz früher beendet als erwartet. Daten wie der Einkaufsmanagerindex für den verarbeitenden Sektor zeigen unterdessen, dass die US-Unternehmen auf die Verlangsamung des globalen Wachstums reagieren und die aktuelle Wachstumsschwäche scheint noch nicht beendet..

 

2. Die EZB hat angekündigt, die Leitzinsen länger auf den aktuellen Niveaus zu lassen, neue Wachstums-impulse dürften davon aber kaum ausgehen.

Die EZB war auf dem Weg zur Normalisierung wesentlich weiter zurück und denkt bereits jetzt wieder an Lockerungsschritte. Bei der Sitzung des EZB-Rats diese Woche gab EZB-Chef Draghi bekannt, dass die Zinsen „mindestens während der ersten Hälfte 2020“ unverändert bleiben würden anstatt wie zuvor geplant nur bis Ende 2019. Die EZB bestätigte auch, dass man im September mit einem TRTLO III-Programm beginnen will, das die Konjunktur unterstützen soll. Offensichtlich hatten die Märkte eine stärkere Reaktion erwartet, so dass der Euro unmittelbar nach der Ankündigung deutlich aufwertete - und die europäischen Aktienmärkte zurückgingen. Unabhängig vom geldpolitischen Dilemma der EZB zeichnet sich eine schnelle Lösung der politischen Probleme in Europa immer noch nicht ab und diese bleiben ein Belastungsfaktor für die europäischen Finanzmärkte.

 

3. Die niedrige Inflation erlaubt eine lockere Geldpolitik, es gibt aber Risiken – nicht zuletzt in Form von Marktreaktionen.

Angesichts der weiter niedrigen Inflation (besonders in Europa) dürfte Spielraum für geldpolitische Lockerung bestehen. Dadurch sind Risiken entstanden, die zu einer Art Sucht der Märkte nach geldpolitischer Lockerung geführt haben. Das alles erinnert viel zu stark an den Tiefpunkt der weltweiten Finanzkrise. In diesem Umfeld dürfte die Volatilität an den Märkten anhalten, da Zeit nötig ist, um eine Lösung für die aktuellen Handelskonflikte zu finden. Daher halten wir an unserer Empfehlung fest, Gewinne mitzunehmen und die Portfolios neu auszurichten.

 

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