Sorgen um den Handel zwischen den USA und China sowie aktuell Mexiko belasten weiter die Finanzmärkte und ließen die Rendite 10-j. US-Staatsanleihen auf ein 20-Monatstief fallen. Kann in der Realökonomie die gute Konsumstimmung als Gegenpol zur Wachstumsabschwächung wirken?

 

1. Das US-Konsumklima spiegelt die Effekte des Handelsstreits nicht voll wider – und steht nicht im Einklang mit den Konsumausgaben.

Das vom Conference Board ermittelte Verbrauchervertrauen in den USA erholte sich von 129,2 im April auf 134,1 im Mai, den höchsten Stand seit vielen Jahren, und stärker als erwartet. Die US-Konsumenten scheinen nach wie vor unbeeinflusst vom Handelsstreit mit China; sie erwarten, dass sich sowohl Geschäftsbedingungen als auch Arbeitsmarkt weiter verbessern. Es gibt jedoch zwei grundlegende Fragen: 1. Sind sich die US-Verbraucher vollkommen bewusst, was auf sie zukommen könnte? Der Stichtag der Umfrage war der 15. Mai, vor der jüngsten Eskalation der politischen und marktbezogenen Unsicherheiten; auch die höheren Zölle sind noch nicht vollständig in höhere Inlandspreise übergegangen, vielleicht zum Teil aufgrund eines schwächeren CNY. 2. Inwieweit schlägt sich ein höheres US-Verbrauchervertrauen auch in einem höheren US-Konsum nieder. Das Wachstum der Komponente der privaten Ausgaben im US-BIP ist gefallen und auch das Wachstum der Einzelhandelsumsätze ist gegenüber den Hochs vom Juli 2018 deutlich gesunken.

 

2. Das Verbrauchervertrauen in Europa steht in Kontrast zu Sorgen in der Industrie, schwächelnden nationalen Ökonomien sowie der politischen Unsicherheit.

Auch in Europa erscheinen Verbraucher trotz anhaltender politischer und wirtschaftlicher Probleme im Euroraum weiterhin zuversichtlich. Jüngste Belege dafür sind ein Anstieg der privaten Kredite um 3,4% im April (vs. Vj.) und ein Anstieg der Geldmenge M3 im gleichen Monat. Auch die Stimmung im Servicesektor der Eurozone hat sich im Mai verbessert. Das Verbrauchervertrauen ist in Frankreich, wo es steuerliche Stimuli gab, inzwischen zum fünften Mal in Folge gestiegen. Das Industrievertrauen ist aber in den meisten Euro-Ländern nach wie vor niedrig, nicht zuletzt wegen Sorgen, dass sich das globale Handelswachstum verlangsamt, und wegen Auswirkungen der US-Politik z.B. auf den Automobilsektor.

 

3. Limitierte Fortschritte im Handelsstreit lassen Volatilität bei Aktien erwarten und legen Neuausrichtung der Aktienallokation nahe.

Solch positives Klima kann zwar einen gewissen Puffer gegen eine Abschwächung der Konjunktur bieten, diese aber nicht verhindern. Die Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und China auf die Wirtschaftsaktivität könnten gedämpfter und weniger direkt als an den Finanzmärkten sein – aber dennoch spürbar. Wir prognostizieren eine US-Wachstumsverlangsamung auf 2,5% in 2019 und ein nur moderates Wachstum im Euroraum (1,2%). Fortschritte im Handelsstreit könnten nur schleppend erfolgen, die Aktienmärkte volatil bleiben. Gewinnmitnahmen und eine Neuausrichtung sowie die Reduzierung der Aktienallokation bieten sich an. Die Lage könnte schlimmer werden, bevor sie besser wird

 

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