Ängste vor einem Handelskonflikt haben Lieferketten geschadet die Aussichten für die Weltwirtschaft weiter eingetrübt. Als Reaktion darauf sind die Zentralbanken eingeschritten. Die Fed ließ wissen, man werde „angemessen handeln“. Die EZB deklarierte, dass ohne Verbesserungen „zusätzliche Stimuli erforderlich sein werden“.

 

Für den Moment sind dies nur Absichten. Die globale Konjunktur hat sich noch nicht erheblich verlangsamt, und die Zentralbanken haben die Zinssätze noch nicht gesenkt. Doch das Bekenntnis der Zentralbanken hat eine große Bedeutung. Die Finanzmärkte glauben, dass die Versprechen von geldpolitischen Entscheidungsträgern honoriert werden und dass geldpolitische Interventionen die Marktauswirkungen eines langsameren Wachstums wettmachen könnten.

 

Solche Versprechungen von Zentralbanken bergen allerdings gewisse Risiken. Obwohl die Inflation niedrig und meist unter den Zielvorgaben bleibt, geben die meisten Wirtschaftsdaten noch keinen begründeten Anlass zu baldigen Zinssenkungen. Doch wenn die Zentralbanken ihre Zinsen nicht senken, könnte dies zu Enttäuschungen führen, denn sie haben Erwartungen auf niedrigere Zinsen geschürt, und es wäre schwierig, einen Rückzieher zu machen. Dies könnte einen Anreiz darstellen, die Zinsen stärker als aktuell erwartbar zu senken – auf kurze Sicht wirkt sich dies positiv auf die Finanzmärkte aus, langfristig muss dies jedoch nicht unbedingt der Fall sein.

 

Ebenfalls wäre es nicht optimal, wenn die Maßnahmen der Zentralbanken zum Teil dazu genutzt würden, um den Auswirkungen einer Eskalation von Handelskonflikten und den resultierenden Unterbrechungen der Handelsströme entgegenzuwirken, wodurch sich diese noch mehr in die Länge ziehen könnten. Es ist nicht abzuschätzen, ob es noch weitere Einfuhrzölle geben wird oder ob sich die Lage möglicherweise langsam entspannt. Die Auswirkungen eines Handelskonflikts sind langfristig negativ, die Auswirkungen einer geldpolitischen Lockerung hingegen vermutlich kurzfristig und unvorhersehbar.

 

Diese Situation beeinflusst direkt unsere sechs Themen für 2019, auf die wir im Weiteren eingehen:

Sechs Themen - Update
Langsameres Wachstum
Thema 1: Volkswirtschaft

Langsameres Wachstum

Die Zentralbanken haben klargestellt, dass die Finanzmärkte mit ihrer Unterstützung rechnen können. Die Erwartungen der Investoren dürften jedoch etwas zu hoch sein. Wir rechnen nicht damit, dass die so viele Zinssenkungen tätigen wird wie die Preise auf den Finanzmärkten implizieren. Wenn Investoren sich zu stark auf Hilfe seitens der Zentralbanken verlassen, gehen sie ein Risiko ein.

Wachsamkeit in Bezug auf Volatilität
Thema 2: Kapitalmärkte

Wachsamkeit in Bezug auf Volatilität

Im 2. Quartal des Jahres dürfte sich die Konjunktur nochmals abgeschwächt haben. Die Finanzmärkte dürften dadurch nervöser werden, und schlecht auf negative Nachrichten reagieren. Bargeldeinlagen im Anlageportfolio sind nicht frei von Risiken.

Die Rückkehr der US-Renditen
Thema 3: Anleihen

Die Rückkehr der US-Renditen

Die Erwartung niedrigerer Zinsen hat Anleiherenditen auf Rekordtiefstände gedrückt. Die Flucht in sichere Anlagen hat zusätzlich auf die Renditen gedrückt. Investment Grade Anleihen und Schwellenländeranleihen in Hartwährung bleiben u.E. interessant.

Gewinnwachstum lässt nach
Thema 4: Aktien

Gewinnwachstum lässt nach

Wir rechnen dieses Jahr mit einer Abschwächung des Wachstums der Unternehmensgewinne. Das Renditetal könnte Zuflüsse in Aktien mit hohen Dividenden fördern. Defensive Sektoren dürften in diesem späten Zyklus noch Potenzial bieten.

Dollar und Öl im Mittelpunkt
Thema 5: Devisen und Rohstoffe

Dollar und Öl im Mittelpunkt

Wir erwarten, dass der US-Dollar in der zweiten Jahreshälfte seinen Wert halten wird. Der Yen dürfte wie der Schweizer Franken von der Suche nach sicheren Anlagen profitieren. Die Rohölproduktion ist viel elastischer geworden, was die Preisschwankungen abschwächt.

Langfristige Anlagethemen - Technologischer Wandel
Thema 6

Langfristige Anlagethemen - Technologischer Wandel

Industrieländer benötigen ähnlich hohe Infrastrukturinvestitionen wie Entwicklungsländer. Ein versteckter aber wichtiger Teil der Infrastrukturinvestitionen gilt der Technologiebranche. Die Regulierung im ESG-Bereich stellt Herausforderungen, aber auch Chancen dar.

 

Der Report “Angeschlagen, aber noch intakt - wie lange werden die Finanzmärkte dem Konjunkturabschwung trotzen?” beinhaltet unsere aktuellen makroökonomischen Prognosen für 2019 und 2020, wie auch unsere 12-Monats-Marktprognosen. 

 

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