Mit der Europawahl und dem Brexit, der weiter als je zuvor von einer Lösung entfernt scheint, erhebt die politische Unsicherheit einmal mehr ihr drohendes Haupt. Der Finanzmarkt spürt den Druck, aber die Realökonomie hält dagegen.

 

1. Diese Woche erfolgte der Absturz weder in der US-Ökonomie noch an den Aktienmärkten sondern bei den Inflationserwartungen.

Vor weniger als sechs Monaten änderte die US-Notenbank (Fed) ihre aggressive Geldpolitik zugunsten einer entgegenkommenderen Haltung und die Finanzmärkte setzten auf steigende Inflation. Zur gleichen Zeit begannen die chinesischen Behörden, fiskalpolitische Stimuli auf den Weg zu bringen, die ihren Teil zu einem reflationären Umfeld beitragen sollten. Diese Woche konnten wir trotz steigender Rohölpreise einen Erwartungsumschwung feststellen, der teilweise auf die Verschärfung des Handelskonflikts zwischen China und USA zurückzuführen war. Öl ins Feuer goss auch die Tatsache, dass der Streit, bei dem es ursprünglich um Importzölle ging, sich jetzt auch auf geistiges Eigentum und Cyber-Sicherheit ausgeweitet hat und damit auch das wichtige Thema der Ausrüstung von Kommunikationsnetzwerken, wie z. B. 5G, betrifft. Auch wenn wir nach wie vor mit einem Handelsabkommen rechnen, muss der

Welthandel mit neuen nichttarifären Handelshemmnissen fertig werden, die sich als schwer kontrollierbar erweisen könnten. Letztendlich ist auch in Europa das Risiko nicht aus der Welt, obwohl die Europäische Union bisher die Auferlegung neuer Zölle auf ihre Exporte in die USA verhindern konnte. Die Anleger gehen derzeit davon aus, dass die Inflation verhalten bleiben wird, solange die Situation unsicher ist.

 

2. Wegen der Schwäche im verarbeitenden Gewerbe denkt die EZB, wie die Fed, laut über eine „Wiederbelebung“ der Inflation nach.

In Europa bereitet den Anlegern erneut die politische Unsicherheit Sorgen. Die Europawahl ist angelaufen, und Anfang nächster Woche werden wir mehr darüber wissen, ob sie in einzelnen Mitgliedstaaten weitreichendere Folgen haben wird. Im Rampenlicht stehen genau wie letztes Jahr Großbritannien und Italien, denn in beiden Ländern wurden die politischen Hauptprobleme, Brexit und Haushaltsdefizit, bisher nur aufgeschoben, aber nicht gelöst. Die Unsicherheit am Finanzmarkt könnte in diesem Jahr sogar noch zunehmen, bis die Probleme auf die eine oder andere Art gelöst werden.

 

3. Jüngste Daten aus dem handelsorientierten Singapur zeigen, wie Emerging Asia mit der Wachstumsschwäche in China zu kämpfen hat.

Der Stadtstaat Singapur ist natürlich viel zu klein, um die Konjunkturentwicklung Südostasiens beeinflussen zu können. Als Finanzdrehscheibe der asiatischen Schwellenländer spiegelt er jedoch Entwicklungen in den größeren Nachbarländern wider und veranschaulicht so, was in der Region vor sich geht. Wir analysieren die Lage Singapurs auf Hinweise, was die jüngsten Daten im Licht der Verlangsamung des Welthandels für die Region allgemein bedeuten.

 

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