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Bei unserem fünften NextGen Innovation Summit sprach die Schauspielerin, Produzentin und Geschäftsfrau Trudie Styler über den prägenden Einfluss, den Philanthropie und Unternehmertum auf ihr Leben hatten, und die Macht der nächsten Generation, die Welt neu zu gestalten.

„Unternehmertum heißt im Kern nichts anderes als Verantwortung dafür zu übernehmen, Dinge in Gang zu bringen. Der französische Ursprung des Begriffs – ‚Entrepreneur‘ – bringt genau das zum Ausdruck.“ Mit diesen Worten leitete die Schauspielerin, Geschäftsfrau und Philanthropin Trudie Styler den spannenden Schlussbeitrag zu unserem fünften NextGen Innovation Summit ein, der am 17. November 2020 stattfand.

 

Der von Salman Mahdi, Vice Chairman der Internationalen Privatkundenbank der Deutschen Bank ausgerichtete NextGen Innovation Summit bietet unseren Kunden und deren Angehörigen die Gelegenheit, die Schnittpunkte zu erkunden, an denen Unternehmertum, Innovation und der Einsatz von Kapital zusammenwirken, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

 

In einer von Jacqueline Valouch, der Leiterin des Bereichs Philanthropie der Deutsche Bank Wealth Management moderierten Session sprach Trudie Styler mit Anna Herrhausen, der Geschäftsführerin der Alfred Herrhausen Gesellschaft und Leiterin der Abteilung Kunst, Kultur und Sport der Deutschen Bank. 

 

Gemeinsam schildern diese inspirierenden Frauen ihre Perspektive auf Unternehmertum, positive Impulse und die Lehren, die sie aus ihren facettenreichen beruflichen Erfahrungen gewonnen haben.

Der Kern von Unternehmertum: Dinge in Gang zu bringen

Für Styler besteht der prägende Kern von Unternehmertum in der Bereitschaft, weitreichende Entscheidungen zu treffen und Dinge in Gang zu bringen – eine Eigenschaft, die sich schon als Jugendliche bei ihr gezeigt hat: „Damals hatte ich den sehnlichen Wunsch, Schauspielerin zu werden. Doch das war in dem Umfeld, in dem ich aufwuchs, einfach keine realistische Ambition“, sagt Styler. „Mein Vater, der Fabrikarbeiter war, hielt das Ganze für ein albernes, ja gefährliches Hirngespinst, und eines Abends hatten wir deswegen einen heftigen Streit. Er sagte ‚Entweder du fängst bei Harris an‘ (eine Pinselfabrik vor Ort, wo es Jobs in der Schreibabteilung gab) ‚oder du ziehst aus.‘ Ich entschied mich für letzteres.“

 

Schon am nächsten Tag machte die damals erst 17-jährige Styler eine Erfahrung, die nicht nur ihren Werdegang maßgeblich beeinflusste, sondern auch zur Initialzündung für ihr lebenslanges Interesse an Philanthropie wurde.

 

Ohne zu wissen, wie es weitergehen sollte, brach sie nach Stratford-upon-Avon auf, Heimatstadt Shakespeares und beliebte Anlaufstelle für angehende Schauspieler. Dort angekommen, klopfte sie spät abends verzweifelt und in Tränen aufgelöst an die Tür des erstbesten Hauses. Die Bewohner, Mr. und Mrs. Hawks, waren zum Glück außerordentlich großherzig und hilfsbereit. „Sie nahmen mich auf, boten mir eine Tasse warmen Kakao und ein Bett zum Schlafen an und halfen mir auf den Weg“, erzählt sie. Diese frühe Erfahrung weckte bei Styler eine besondere Affinität zur Philanthropie, die sich wie ein roter Faden durch ihre gesamte Karriere ziehen sollte.

 

„Um es kurz zu fassen: Ich zog bei einer Familie ein, deren Kinder ich betreute. Der Vater war Shakespeare-Darsteller. So bekam ich die Chance, mir Shakespeare-Stücke anzusehen und durfte irgendwann vorsprechen. Ich erhielt ein Stipendium an der Theaterschule des Bristol Old Vic. Und mit 25 Jahren wurde ich als Hauptdarstellerin für moderne Inszenierungen der Royal Shakespeare Company am Donmar Warehouse engagiert.“

 

„Diese Beziehung hat maßgeblich mitbestimmt, womit ich mich heute beschäftige“, ist sich Styler sicher. „Alles fing mit diesen beiden herzensguten Menschen an, die mich nicht ablehnten, sondern mich ohne Vorbehalte annahmen.“

Engagement für mehr weibliche Repräsentanz – nicht nur in der Filmbranche

Voll zum Tragen kamen Stylers Unternehmergeist und ihr Interesse an Philanthropie bei der Gründung ihrer zukunftsweisenden Filmproduktionsgesellschaft Maven Screen Media.

 

Maven Screen Media unterstützt schwerpunktmäßig frauenspezifische Inhalte, weibliche Filmschaffende sowie aus feministischer Sicht erzählte Geschichten im Film. Wie kam es zu dieser Ausrichtung? „Wir [Styler und ihre Mitbegründerin Celine Rattray] sahen uns an und sagten ‚Wir fehlen. Wir – Frauen – sind im Film nicht präsent genug.‘ Egal, ob vor oder hinter der Kamera, als Autorinnen, Regisseurinnen oder Lichttechnikerinnen. Und es fehlen starke Charakterrollen für Frauen ab einem gewissen Alter. Also nahmen wir uns vor das zu ändern.“

 

Inzwischen – fast zehn Jahre später – hat sich in der Branche zwar einiges getan, doch Frauen sind nach wie vor unterrepräsentiert. „Nehmen wir als Beispiel ein paar Zahlen aus dem letzten Jahr“, fährt Styler fort. „Von den 100 Filmen mit dem höchsten Einspielergebnis wurden elf von Frauen inszeniert, bei 19 stammt das Drehbuch von einer Frau, und bei 43 wird die bzw. eine Hauptrolle von einer Frau verkörpert. Und das obwohl das Kinopublikum zu 51 % Prozent weiblich ist! Es besteht also im Film eine deutliche Diskrepanz zwischen den Urhebern weiblicher Sichtweisen und ihren Rezipienten.“

 

Anna Herrhausen zeichnet, was die Geschäftswelt angeht, ein ähnliches Bild. „Ich denke, die Repräsentanz von Frauen in der Wirtschaft verlangt unsere ganze Aufmerksamkeit. Das betrifft insbesondere die technologisch geprägten Bereiche, und dort sowohl das Management als auch diejenigen, die zu diesem rasanten Wachstum beitragen.“ Es gelte vor allem, Personen zu fördern und zu ermutigen, die gezielt Start-ups von Frauen finanzieren, so Herrhausens Anliegen.

Warum vor allem die nächste Generation von Führungskräften den positiven Wandel vorantreiben kann

Nach ihrem Fazit zu 2020 und ihrer Einschätzung dazu befragt, ob sich der positive Wandel von hier an beschleunigen oder ins Stocken geraten werde, sahen beide Rednerinnen Anlass zur Hoffnung.

 

Auf die Frage von Valouch, was sie aus dem Jahr 2020 mitnehmen würde, entgegnete Herrhausen, dieses Jahr habe uns allem voran gezeigt, dass „wir in der Lage sind, uns enorm schnell anzupassen. Wir sind flexibel, wir sind kreativ und es gelingt uns, Herausforderungen zu bewältigen, die vorher jenseits unserer Vorstellungskraft lagen.“

 

Darüber hinaus, so Herrhausen, habe 2020 uns gelehrt, „die Bedeutung von Wissenschaft ganz neu zu erfahren und wertzuschätzen“. Eine überfällige Erinnerung daran, „wie gut wir beraten sind, nach wirklichen Fakten Ausschau zu halten, über sie zu diskutieren und zu debattieren und unser Handeln nach ihnen auszurichten.“

 

Die Agenda werde zunehmend von der nächsten Generation vorangetrieben, ist Styler überzeugt. „Der nächsten Generation ist es wirklich ernst damit, die Welt zu verändern, und das erfüllt mich mit Hoffnung. Ihre Stimmen werden sich schon bald auch in der Arbeitswelt Gehör verschaffen, und auch das ist durchweg positiv.“

 

„Meine Enkelkinder erben eine Erde und eine Gesellschaft mit zahlreichen chronischen Problemen“, so Styler. „Erspart bleiben ihnen allerdings bestimmte Vorurteile der älteren Generation, tief verwurzelte, unterschwellige Ideologien bezüglich Gesellschaftsordnung, ethnischer Zugehörigkeit, Klasse und Sexualität. Und das ist ein gewaltiger Vorteil. Demos für Klimaschutz, Frauenrechte und ‚Black Lives Matter‘ sind in der Welt, in der sie aufwachsen, feste Größen  – eine Selbstverständlichkeit.“

 

Valouch pflichtet ihr bei. „So viel davon begegnet mir bei meinen Kindern. Der Grad der Auseinandersetzung ist phänomenal und wird mit Sicherheit einen Wandel bewirken.“ Sie räumt ein, dass der nächsten Generation eine Herkulesaufgabe bevorstehe. „Doch wir wissen auch: Es ist zu schaffen. Und der Schlüssel zu diesem Ziel ist Zusammenarbeit.“

„Finde heraus, wer du bist und was du willst – und dann verwirkliche dein Ziel.“

Seit den 1980er Jahren ist Styler weltweit im Auftrag der Rainforest Foundation unterwegs, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann gegründet hat, um die Erhaltung des Lebensraums indigener Völker im Amazonasgebiet zu unterstützen. Mittlerweile ist Stylers Organisation in 20 Ländern aktiv und sie selbst engagiert sich als UNICEF-Botschafterin und prominente Verfechterin humanitärer Ziele und Umweltanliegen.

 

Was hat sie aus dieser Erfahrung gewonnen, und was kann sie anderen mit auf den Weg geben, die sich aktiv für einen positiven Wandel einsetzen möchten? „Es gibt diesen Moment, in dem du begreifst, dass wir Menschen alle gleich sind“, erklärt Styler. Die Erkenntnis, dass es allen Menschen gleichermaßen zusteht, eine gute Idee zu haben, sie weiterzuverfolgen und ihr Ziel zu verwirklichen, kann dich sehr weit bringen.“

 

„Sei dir selbst treu, finde heraus, wer du bist und was du willst – und dann verwirkliche dein Ziel.“ Styler fährt fort: „Und offen gesagt, sind wir auch auf die Mithilfe so vieler Menschen wie möglich angewiesen – Menschen jeden Alters –, wenn wir unseren Planeten wieder ins Lot bringen wollen.“

 

Es ist ermutigend, dass alle drei Rednerinnen trotz der unsicheren Aussichten gute Gründe für Optimismus sehen – sei es das Tempo, mit dem wir uns kollektiv an die Gegebenheiten des Jahres 2020 angepasst haben, oder die Bereitschaft der nächsten Generation, sich für wichtige Anliegen zu mobilisieren. Wie Styler schon sagte: Es geht darum, Dinge in Gang zu bringen. „Es ist zwecklos, auf das Zeichen einer unsichtbaren Macht zu warten“, betont Styler, „denn so etwas gibt es nicht.“

 

Das Next Generation-Programm der Deutsche Bank Wealth Management unter der Leitung von Vice Chairman Salman Mahdi widmet sich seit mehr als 20 Jahren dem Aufbau und der Pflege generationenüberspannender Beziehungen zu unseren Kunden. Weitere spannende Beiträge vom NextGen Innovation Summit 2020 finden Sie hier

 

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