Die letzte Ausstellung des gebürtigen Bulgaren öffnet ihre Tore für die Öffentlichkeit, nur wenige Straßen entfernt von dem Ort, an dem er und seine Partnerin Jeanne-Claude 1995 den „Reichstag verhüllten".

Christo Vladimirov Javacheff wurde 1935 in Bulgarien geboren, am selben Tag, an dem auch seine spätere Frau Jeanne-Claude Denat de Guillebon zur Welt kam. Die beiden begegneten sich in Paris, nachdem Christo dem Ostblock entflohen war. Beide zogen 1964 gemeinsam nach New York. Es war der Beginn einer der berühmtesten Zusammenarbeiten zeitgenössischer Kunst. Das Paar arbeitete gemeinsam unter dem Künstlernamen Christo and Jeanne-Claude und entwickelte mit seinen häufig monumentalen Verhüllungsaktionen, der Kombination von Landschaftskunst mit Skulpturen, Architektur, Malerei, Performance und Wissenschaft, eine völlig neue Kunstform.

 

Auch als Jeanne-Claude 2009 verstarb, arbeitete Christo weiter an den Projekten, die die Tradition kühner, großformatiger Interaktionen des Paars mit der Öffentlichkeit fortschreiben. Er half auch bei der Planung von Projects 1963–2020, eine Retrospektive mit Arbeiten aus der Sammlung von Ingrid und Thomas Jochheim, kuratiert von Friedhelm Hütte, Global Head of Art bei der Deutschen Bank. Diese Ausstellung hat nun im PalaisPopulaire in Berlin geöffnet, trotz der von der globalen COVID-19-Krise verursachten Einschränkungen. Traurigerweise verstarb Christo am 31. Mai, zwei Wochen vor seinem 85. Geburtstag.

 

„Die Nachricht über den Tod von Christo macht uns sehr traurig“, sagt Hütte. „Er und Jeanne-Claude träumten nicht nur das Unmögliche, sie setzten es in die Tat um. Kein Gebäude war zu hoch, kein Gewässer zu stürmisch, als dass es sie vom Erreichen ihrer Ziele abgehalten hätte. Ihre zeitgenössischen Arbeiten, die sie rund um die Welt kreierten, sind und werden für viele Menschen unvergesslich bleiben." Die jetzt im Unter den Linden gelegenen PalaisPopulaire eröffnete Ausstellung „schlägt eine Brücke zu dem nur wenige hundert Meter entfernten Reichstag, wo 1995 mehr als fünf Millionen Menschen das in glänzende Silberfolie verhüllte Gebäude betrachteten“, so Hütte.

Es war diese spektakuläre Inszenierung, die Ingrid und Thomas Jochheim dazu bewog, mit dem Sammeln von Arbeiten von Christo und Jeanne-Claude zu beginnen – eine Begeisterung, die über mehr als 25 Jahre andauerte und zu einer engen Beziehung mit den Künstlern führte. Für Christo and Jeanne-Claude: Projects 1963–2020 stellten sie etwa siebzig Werke zur Verfügung – dabei mindestens ein Originalkunstwerk aus jedem realisierten Projekt der Periode – und präsentieren diesen Teil ihrer Sammlung zum ersten Mal in diesem Umfang.

 

Eine einzigartige Retrospektive: Christos letzte Ausstellung

Gezeigt werden Werke aus der Zeit von 1963 bis 2019, einschließlich früher Objekte, großformatiger Zeichnungstableaus sowie Editionen und Druckgrafiken. Nach in Folien verpackten und verschnürten Alltagsgegenständen — vom Zeitschriftenstapel bis zum VW Käfer — widmeten sich Christo und Jeanne-Claude zunehmend künstlerischen Transformationen und Akzentuierungen von ganzen Landschaften oder Architekturen. Im Zeitraum von 1962 bis 2019 konnten dreiundzwanzig Projekte auf verschiedenen Kontinenten realisiert werden.

 

Sämtliche Projekte wurden ausschließlich durch den Verkauf von Vorstudien, Zeichnungen, Collagen, Originallithografien und Editionen ermöglicht. Christo und Jeanne-Claude akzeptierten keinerlei Fördermittel, weder aus öffentlicher noch privater Hand.

 

„Christos Zeichnungen sind viel mehr als nur Ideenskizzen, Entwürfe oder Konstruktionsanleitungen“, sagt Hütte. „Sie zeigen in ihrer Strichführung, Schraffur, Lichtgebung und Farbigkeit eine ganz individuelle Handschrift. Zudem sind sie auch durch die collagierten Pläne, Materialien, Stoffe und Fotografien und ihre immer gleiche Acrylglas-Umhüllung unverwechselbar, ja einzigartig. Und ein Zeugnis dafür, welch ein großartiger Zeichner Christo ist.“

 

Werke wie Reichstag Wrapped „machten durch Verhüllung soziale und historische Prozesse bewusst“, fügt er hinzu. „Besucher aus aller Welt kommen, um das Werk zu sehen, und wie immer ist die Wirkung auf das Publikum friedvoll, heiter, geradezu euphorisierend. Die Kunst von Christo und Jeanne-Claude ist eine Kunst ohne Anspruch auf Dauerhaftigkeit. Sie lebt vielmehr vom Reiz unwiederholbarer Ereignishaftigkeit.“

 

Christo and Jeanne-Claude: Projects 1963–2020. Sammlung Ingrid & Thomas Jochheim ist bis zum 17. August 2020  im PalaisPopulaire zu sehen. Bitte beachten Sie, dass die Eintrittskarten nur für bestimmte Zeitfenster gelten, um die Anzahl der Besucher in der Galerie zu begrenzen und einen Mindestabstand von 1,5 m sicherzustellen. Für alle Besucherinnen und Besucher gilt beim Einlass Maskenpflicht. Weitere Informationen erhalten Sie hier auf der Website des PalaisPopulaire. 

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