Die US-Notenbank hat am Mittwoch den Leitzins erhöht und wir rechnen in diesem Jahr noch mit einem weiteren Zinsschritt, gefolgt von drei weiteren im Kalenderjahr 2019. Können derart zügige Zinserhöhungen anderswo in der Welt zu Problemen führen und gibt es weitere Faktoren, die es zu beachten gilt?


1. Der US-Zinsschritt wurde mehrheitlich erwartet und wir rechnen trotz einiger Bedenken mit weiter steigenden Zinsen.

Die US-Leitzinsanhebung um 0,25% war allgemein am Markt erwartet worden, aber wir glauben, dass die weiteren Zinsschritte für den verbleibenden Zeitraum in 2018/2019 über den aktuellen Erwartungen liegen. Allerdings dürften künftige Zinsschritte sowohl innerhalb als auch außerhalb der Fed in Frage gestellt werden. Die Fed-Funds-Rate dürfte 2019 über die neutrale Rate steigen und dadurch Gegenwind für die Ökonomie und die verschiedenen Anlageklassen schaffen. Außerdem gibt es Bedenken, dass das aktuelle Straffungstempo zu einer Inversion der Renditekurve führen könnte, eine Möglichkeit, auf die bereits mehrere Fed-Mitglieder hinwiesen. Wir gehen aber grundsätzlich weiterhin davon aus, dass die Zinsanhebungen fortgeführt werden und die US-Ökonomie weiter wächst – wir rechnen mit einem BIP-Wachstum von 2,9% 2018 und 2,4% 2019. Die zweite Schätzung des US-BIP in Q2 vom Donnerstag zeigte ein annualisiertes Wachstum von 4,2%, das höchste seit Q3 2014.

 

2. Die weltweiten Reaktionen auf den US-Zinsschritt (und die damit verbundenen Prognosen) fielen wie erwartet begrenzt aus.

Die Reaktion der Finanzmärkte auf den US-Zinsschritt war überschaubar. US-Aktien gaben am späten Mittwoch zunächst nach und die asiatischen Börsen eröffneten am nächsten Morgen niedriger, aber die Aktienmärkte blieben am Donnerstag stabil. Auch 10jährige US-Staatsanleiherenditen gaben zunächst nach, blieben aber über der Marke von 3%. Der US-Dollar legte versus dem Euro leicht zu. Die stärksten Reaktionen kamen aus Asien, wo die indonesische und die philippinische Notenbank die Zinsen anhoben. Insbesondere die indonesische Zentralbank war erpicht, möglichen negativen Konsequenzen vorzugreifen. Im Allgemeinen kamen die Finanzmärkte der Schwellenländer mit dem Zinsschritt, den Konsequenzen und den Erwartungen der künftigen Geldpolitik gut zurecht, was für die Zukunft zuversichtlich stimmen sollte.

 

3. Derweil bleibt Europa auf seine zwei Problemfelder Brexit und italienischer Staatshaushalt fokussiert.

Europa befasst sich derweil mit eigenen Problemen. Die Wirtschaftsdaten in Europa deuten auf ein Anhalten des moderaten Aufschwungs, aber der Brexit und Italien werfen ihre Schatten voraus. Die in Großbritannien regierenden Konservativen beginnen an diesem Sonntag ihren Jahresparteitag, bei dem sich zeigen dürfte, dass Premierministerin May‘s Chequers-Vorschläge inzwischen überholt sind. Allerdings könnten wir im Hinblick auf den wahrscheinlichsten Weg zum Brexit weiterhin im Unklaren bleiben. Die am Donnerstagabend in Italien vorgelegten Haushaltsvorschläge werfen mehr Fragen als Antworten auf: Die Akteure an den Märkte sind wegen des vorgeschlagenen Defizitziels von 2,4% des BIP verstimmt und die Situation könnte sich erst einmal noch verschlimmern, bevor eine Besserung eintritt.

 

Bitte hier klicken, um den vollständigen Bericht herunterzuladen.

 

 
In EMEA und APAC gilt diese Publikation als Marketing Material, in den USA nicht. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich jederzeit ändern oder als falsch  heraus stellen können. Die Informationen können sich jederzeit verändern und sollten nicht als Empfehlung angesehen werden. Es kann keine Gewähr übernommen werden, dass Anlageziele erreicht oder Ertragserwartungen erfüllt werden.
 
CIO Office, Deutsche Bank Wealth Management, Deutsche Bank AG - Email: WM.CIO-Office@db.com