Der trotz politischer Unsicherheit anhaltende Optimismus mag überraschen, ist aber erklärbar. Das grundsätzliche Vertrauen in die Fähigkeit der Institutionen jegliche künftige Probleme zu überwinden, ist nach wie vor vorhanden. Allerdings sind Art und Ausgang derartiger Schwierigkeiten nie komplett vorhersehbar.


1. Es gibt gute Gründe, weshalb die Investoren trotz der Schwierigkeiten, in denen US-Präsident Trump steckt, zuversichtlich bleiben.

Die Anleger sind diese Woche trotz der politischen Unsicherheit, vor allem im Zusammenhang mit dem US-Präsidenten, allgemein zuversichtlich geblieben. Hierfür gibt es gute Gründe: Die US-Konjunkturdaten bleiben vor dem Hintergrund einer hervorragenden US-Q2-Berichtssaison allgemein positiv. Man kann auch argumentieren, dass die Wirtschaftsreformen von Präsident Trump unabhängig von seinem persönlichen Schicksal eingeführt sind und dass in den nächsten Monaten nur noch mit wenigen neuen Initiativen zu rechnen ist. Derzeit besucht eine Delegation aus China Washington, auch das lässt hoffen, dass sich beide Länder der verheerenden Folgen eines umfassenden Handelskriegs bewusst sind und alles Nötige tun werden, um einen solchen zu vermeiden.

 

2. Das Vertrauen in die Kontinuität und die Unabhängigkeit wichtiger Institutionen ist dabei ein wichtiger Unterstützungsfaktor.

Der Optimismus in den USA dürfte auch weitgehend auf dem Vertrauen in die Kontinuität und Unabhängigkeit der Institutionen basieren. So gehen nur wenige Marktteilnehmer davon aus, dass die jüngste Kritik von Präsident Trump an Fed-Chef Powell etwas an der geldpolitischen Ausrichtung der Fed ändern könnte. Darüber hinaus gilt es zu bedenken, dass der langfristige Fokus der chinesischen Regierung eine „weiche Landung“ der chinesischen Volkswirtschaft ermöglichen dürfte – auch wenn Beobachter nach dem geringsten Hinweis auf Uneinigkeit zwischen den politischen Entscheidungsträgern Ausschau halten. Die Marktteilnehmer könnte sich auch der Tatsache bewusst werden, dass sich die EU-Institutionen fast ein Jahrzehnt nach Beginn der Eurozonen-Schuldenkrise als widerstandsfähiger erweisen als allgemein erwartet.

 

3. Um nicht durch Politikfehler in eine Rezession zu geraten, dürften die politischen Akteure vorsichtig bleiben, es kann aber auch anders kommen.

Was könnte den vorherrschenden Optimismus zunichte machen und für Trübsal an den Märkten sorgen? Krisen können durchaus mit Selbstgefälligkeit, Selbstüberschätzung oder einem einfachen Fehler beginnen. Dessen sind sich die politischen Entscheidungsträger bewusst. Während einige politische Entscheider in Italien möglicherweise in Haushaltsfragen eine Konfrontation mit der EU erzwingen möchten, dürften die EU-Institutionen ihre Reaktion sehr sorgfältig überlegen. Es gibt zu denken, dass in Europa gerade in Großbritannien, einem Land mit hoher Kontinuität der Institutionen, das Risiko von Selbstgefälligkeit oder Politikfehlern jetzt angesichts der Unklarheit um den Brexit am größten ist. Es gilt aber auch nicht zu vergessen, dass Krisen oft mit etwas Unerwartetem beginnen können – möglicher-weise damit, dass die Märkte bei Problemen, die im Nachhinein eindeutig gefährlich wirken, einfach ein Auge zudrücken. Die jüngsten Probleme in den Schwellen-ländern, wie z.B. der Türkei, erinnern daran, dass es in Zukunft viele Gründe für Volatilität geben kann. „Investiert bleiben, aber absichern“, lautet unsere Devise.

 

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