Kurz vor Ende 2018 scheint es angebracht, die Politikfelder zu identifizieren, bei denen Fortschritte gemacht wurden – und jene, die sich als besonders heikel erweisen. Dabei dürften Erfolg oder Misserfolg deutliche Auswirkungen auf die Wertentwicklung der wichtigen Anlageklassen haben.


1. Der Fokus in den USA richtet sich auf die Budgetverhandlungen, der Lohnanstieg könnte aber längerfristig Sorgen bereiten.

In den USA hat sich der generelle Handelsstreit mit China inzwischen etwas gelegt, so dass man sich erneut auf den Staatshaushalt und den drohenden Regierungsstillstand konzentriert. Wenn man über die unmittelbare politische Taktik in Zusammenhang mit den Budgetverhandlungen hinaus schaut, bleibt das Haushaltsdefizit für die USA ein langfristiges Problem. Die Folgen des anhaltenden Lohnwachstums (aufgrund des sehr angespannten Arbeitsmarktes) für die Lohnstückkosten könnten ein weiteres, unmittelbareres Problem darstellen.

 

2. Auch wenn die Budgetfrage Italiens gelöst wird, könnten in Europa erneut Fiskalsorgen aufflackern. Auch der Brexit ist bei weitem nicht gelöst.

In Europa hat die EZB ihr Anleihekaufprogramm beendet und es gibt Anzeichen, dass in die Verhandlungen um das italienische Budget Bewegung kommt, da ein revidiertes Budget mit einem Defizitziel von 2% statt zuvor 2,4% eingereicht wurde. Aber gerade als sich hier eine Lösung abzeichnet, tauchen Fiskalprobleme an anderer Stelle auf – am offensichtlichsten in Frankreich, wo enttäuschende Einkaufsmanagerindizes am Freitagmorgen den Ausblick weiter eingetrübt haben. Proteste gegen eine Erhöhung der Kraftstoffsteuer und Sparmaßnahmen allgemein haben die Regierung veranlasst, Ausgaben anzukündigen, durch die das Haushaltsdefizit auf 3,5% des BIP zu steigen droht - also weit über den von der EU-Kommission vorgegebenen Grenzwert. In vielen anderen europäischen Volkswirtschaften ist ebenfalls mit Reaktionen gegen Sparmaßnahmen zu rechnen, da eine Erholung des Wachstums unwahrscheinlich zu sein scheint, und Haushaltsüberschreitungen 2019 zunehmend zum Problem werden könnten. Das Brexit-Drama geht in der Zwischenzeit natürlich weiter. Die britische Premierministerin May überlebte diese Woche ein Misstrauensvotum, was jedoch sehr wenig dazu beitrug, die wichtigsten ungelösten Probleme zu beheben. In dieser Situation, in der der Schwerpunkt theoretisch nach wie vor auf einer Einigung im Hinblick auf einen weichen Brexitliegt, werden zunehmend auch Risikoszenarien in Betracht gezogen.

 

3. Aktuelle Daten aus China belasten weiterhin, aber limitiertes Potenzial beim US-Dollar könnte eine Erholung der Emerging Markets begünstigen.

Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze in China haben im November die Erwartungen (im Jahresvergleich) verfehlt und sind auf ein Mehrjahrestief gefallen. Das legt nahe, dass die Stimuli der Regierung in China ihre Wirkung noch nicht richtig entfaltet haben. Allerdings könnten die Schwellenländer Unterstützung durch ein nur begrenztes US-Dollarpotenzial in 2019 erhalten, nachdem dessen Stärke in diesem Jahr vielen Emerging Markets Kopfschmerzen bereitete. Im folgenden gehen wir zum Beispiel auf die Chancen für die indische Rupie ein.

 

Wir wünschen allen unseren Leser frohe Feiertage. Die nächste Ausgabe unseres CIO Insights Bulletin erscheint am 11. Januar 2019.

 

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