Das Ergebnis der Zwischenwahlen in den USA kann künftige politische Unwägbarkeiten ergeben, dürfte aber die weiterhin starke US-Wirtschaft kaum aus der Bahn werfen. In Europa hingegen gibt es bei eingetrübter Stimmung nur wenige helle Flecken. Und auch in China gibt es weiter Gründe für Bedenken.


1. Ein „gespaltener“ US-Kongress hat Folgen für die Politik, die US-Wirtschaft bleibt aber in guter Verfassung.

Die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen könnten sowohl zu politischen Chancen als auch zu Risiken führen. Positiv ist, dass Republikaner und Demokraten bei der Verbesserung der Infrastruktur zusammenarbeiten könnten und dass die Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus zu einer Kontrolle der Handelspolitik von US-Präsident Trump führen könnte. Eine „gespaltener“ Kongress könnte auch zu langfristigen Problemen im Hinblick auf die zukünftige Ratifizierung des neuen NAFTA-Abkommens und die Schuldengrenze führen. Nicht der geringste Zweifel besteht allerdings an der anhaltenden Stärke der US-Volkswirtschaft: Im Oktober wurden 250.000 Stellen geschaffen und die guten Gewinne in Q3 wurden durch einen positiv überraschenden Konsumgütersektor gestützt. Das Lohnwachstum von 3,1% auf das Jahr umgerechnet dürfte für die Fed ein weiterer Grund sein, die Zinsen im Dezember noch einmal zu erhöhen.

 

2. Jüngste Daten in Europa deuten auf eine Aufhellung, es gibt jedoch viele gute Gründe, vorsichtig zu bleiben.

Während in USA eitel Sonnenschein herrscht, ist die Situation in Europa noch immer wolkenverhangen. Das Q3 BIP-Wachstum in der Eurozone enttäuschte. Man kann aber Lichtblicke in der Dunkelheit identifizieren, z. B. die steigende Kerninflation und einen starken Arbeitsmarkt. Insgesamt lasten jedoch Probleme im Zusammenhang mit dem Handel auf den europäischen Märkten, sowie Sorgen um Italien und den Brexit. Das BIP-Wachstum könnte sich in Q4 erholen, eine eventuelle Beschleunigung dürfte jedoch bescheiden ausfallen und die Renditen von Bundesanleihen könnten durch das antizipierte Ende der Netto-Anleihekäufe durch die EZB im Dezember (mit dem wir nach wie vor rechnen) und die geringe Risikobereitschaft hin und hergerissen werden. Wir könnten im November allerdings eine Umkehrung der üblichen saisonbedingten Schwäche des EUR feststellen.

 

3. Der chinesische Außenhandel hat im Oktober die Erwartungen übertroffen, Sorgen in China und Asien bestehen aber weiter.

Auch die Probleme in China halten an. Die chinesischen Handelsdaten fielen im Oktober überraschend gut aus: der USD-Wert der Exporte stieg im Oktober um 15,6% im Vorjahresvergleich und die Importe nahmen um 21,4% zu. Die wichtigsten Fragen in Bezug auf China betreffen das Ausmaß und die Effizienz der Stimulus-Maßnahmen der Regierung. In anderen asiatischen Ländern können auf kurze Sicht ganz andere Probleme im Mittelpunkt stehen. So blieb beispielsweise in Indonesien das BIP-Wachstum in Q3 trotz wiederholter Zinserhöhungen der Bank of Indonesia zur Verteidigung der Währung angemessen stark; es bestehen jedoch weiterhin externe Finanzierungsrisiken.

 

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