Die aktuellen Entwicklungen erinnern daran, dass politisches Handeln zu Konsequenzen führt und dass das Verhalten der politischen Akteure schwer vorhersagbar bleibt. Derartige Unsicherheiten verstärken die in einem späten Zyklus übliche Volatilität. Für Entspannung besteht derzeit kein Anlass.


1. In den USA erinnern die Häusermarktdaten daran, dass die geld-politische Verknappung nicht völlig schmerzfrei verlaufen dürfte.

Prognosen sollten die Falle vermeiden, aktuell herrschende wirtschaftliche Rahmenbedingungen ewig fortzuschreiben, denn die Dinge ändern sich. Während sich die Zinserhöhungen der Fed bisher nur unwesentlich auf das Wachstum der US-Volkswirtschaft ausgewirkt haben, sollten wir nicht davon ausgehen, dass das auch in Zukunft der Fall sein wird. Die aktuellen Daten, die die National Association of House Builders (NAHB) diese Woche veröffentlichte, zeigen, dass die höheren Zinsen auf Hypothekenkredite in den USA bereits das Verbrauchervertrauen beeinflussen, obwohl der durchschnittliche Stundenlohn steigt. Nach fast einem Jahrzehnt unkonventioneller Geldpolitik sollten wir uns daran erinnern, dass die üblichen Regeln nach wie vor gelten dürften.

 

2. Die Finanzmärkte in Italien könnten schon bald weniger entspannt auf den „showdown“ im Haushaltstreit mit der EU-Kommission blicken.

In wieweit Prognosen eintreffen, hängt auch von politischen Entscheidungen ab, die als schwerer vorhersehbar gelten als die der geldpolitischen Entscheider. Die Gefahr besteht darin, dass politisches Handeln zwar entschlüsselt werden kann, aber nicht davon auszugehen ist, dass keine Gefahr besteht, nur weil keine eindeutige Entwicklung zu erkennen ist. Während die entspannte Reaktion der Märkte auf die ersten Schritte der EU-Kommission zur Einleitung eines Defizitverfahrens gegen Italien also verständlich ist, bleibt das Risiko einer Eskalation der Renditenentwicklung hingegen bestehen.

 

3. Es kann kaum davon ausgegangen werden, dass das EU-Ratstreffen an diesem Wochenende die Debatte um den Brexitbeendet.

Der Brexit ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr die Märkte zu kämpfen haben können, um mit schwer vorherzusagenden, politischen Entwicklungen Schritt zu halten. Das GBP hat stark auf das politische Drama im Zusammenhang mit der Zustimmung des britischen Kabinetts zum EU-Gesetzesentwurf und die darauf folgende Aufregung reagiert. Man kann daher versucht sein anzunehmen, dass diese Vorschläge auch bei der EU-Ratssitzung am Sonntag und im britischen Parlament auf Zustimmung stoßen werden. Die äußerlich erkennbaren Zeichen scheinen klar: die britische Regierung hat inzwischen grob einer „politischen Erklärung“ mit der EU zugestimmt und Theresa May hat mit europäischen Staatschefs gesprochen, um deren Unterstützung zur Vereinbarung zu sichern. Aber auch wenn der Gipfel am Sonntag wie geplant verlaufen sollte (was alles andere als sicher ist), raten wir, nicht zu sorglos zu werden. Die „politische Erklärung“ ist in vielerlei Hinsicht weniger konkret als frühere Dokumente (wie z.B. der Chequers-Plan) und die Abstimmung im britischen Parlament bleibt eine hohe Hürde, selbst wenn die Parlamentarier an der Vermeidung eines „no deal“-Risikos interessiert sein dürften. Es ist auch schwer vorherzusagen, wie die Labour Party als wichtigste Oppositionspartei reagieren wird. Es gilt also wachsamzu bleiben.

 

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In EMEA und APAC gilt diese Publikation als Marketing Material, in den USA nicht. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich jederzeit ändern oder als falsch  heraus stellen können. Die Informationen können sich jederzeit verändern und sollten nicht als Empfehlung angesehen werden. Es kann keine Gewähr übernommen werden, dass Anlageziele erreicht oder Ertragserwartungen erfüllt werden.
 
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