Die Finanzmärkte sind gut ins Jahr 2019 gestartet, der S&P 500 stieg im Januar um 7,9%. Aber kann die gute Marktstimmung einer noch stärkeren Eintrübung der globalen Makrodaten standhalten? Eine sich flexibler gebende US-Notenbank legt nahe, dass die Entscheidungsträger Wolken am Horizont sehen.


1. Fed-Chef Powell versicherte, dass Zinsschritte auf „wait and see“-Basis erfolgen. Aber nicht alle Daten schwächen sich ab.

Sollte die US-Regierung nicht erneut zum Stillstand kommen, dürften sich die wirtschaftlichen Folgen dieser Maßnahme bald neutralisieren. Im Falle eines erneuten „shutdowns“ würde aber umgehend wieder Unsicherheit aufkommen, mit den gleichen negativen Folgen, die in den Gewinnprognosen zahlreicher Unternehmen schon genannt wurden. Das US-Verbrauchervertrauen ging im Januar ebenfalls zurück. Angesichts dieses Umfelds äußerte sich der Fed-Vorsitzende Jerome Powell bei der Pressekonferenz im Anschluss an die FOMC-Sitzung diese Woche sehr vorsichtig: Er erinnerte daran, dass sich die Geldpolitik der Fed ständig der weltweiten Konjunkturentwicklung anpasse und verwies auf zuletzt rückläufige Daten. Die eher abwartende Haltung der Fed beruhigte die Märkte, obwohl sie auch reale Risiken impliziert. Die Daten tendieren jedoch nicht allgemein nach unten: Der heute veröffentlichte Stellenzuwachs zeigte einen deutlichen Anstieg um 304.000 im Januar.

 

2. Schwache BIP-Daten für Q4 lassen die Sorge um eine Abkühlung im Euroraum drängender werden. Auch Brexit-Ängste werfen Schatten.

In der Eurozone könnten die gestern veröffentlichten Wachstumsdaten größere geldpolitische Sorgen für die EZB hervorrufen: Das Wachstum in der Eurozone verlangsamte sich in Q4 2018 im Vorjahresvergleich, und für die italienische Volks-wirtschaft setzte eine technische Rezession ein. Die Verbraucherpreisinflation hat sich ebenfalls in vielen Volkswirtschaften der Eurozone verlangsamt, und viele haben immer noch mit den Folgen der internationalen Finanzkrise in Form von hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Bei den Datenveröffentlichungen in Deutschland nächste Woche könnte sich die Situation weiter eintrüben. Auch ein Brexitohne Abkommen bleibt eine reale Gefahr. Theresa May erhielt bei der Parlamentsdebatte in dieser Woche den Auftrag, neue Diskussionen über das schwer lösbare Problem im Zusammenhang mit der Grenze zu Nordirland mit der EU einzuleiten, während der Countdown zum Fristende am 29. März weiter läuft.

 

3. Stimulationsmaßnahmen machen in China ein Nebeneinander von guter Marktstimmung und weiterhin enttäuschenden Daten möglich.

Der Unterschied zwischen Stimmung und Realität kommt in China zum Ausdruck, wo die Aktien trotz enttäuschender Konjunkturdaten weiter stiegen. Das Engagement der chinesischen Regierung für Stimulus-Maßnahmen an verschiedenen geldpolitischen Fronten wirkt sich hier positiv aus, und wir sehen chinesische Aktien weiter konstruktiv. Die Ergebnisse der Gespräche in dieser Woche zeigen jedoch, dass Hoffnung auf eine schnelle Beilegung des Handelskonflikts zwischen den USA und China fehl am Platze sein könnte. Da das chinesische Wachstum sich wahrscheinlich weiter verlangsamen wird, gilt es hier besonders auf Volatilität achten.

 

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