Die Marktteilnehmern halten bei einer Reihe von geopolitischen Themen Ausschau nach Beruhigungssignalen. Allerdings scheinen diese Problemfelder zu komplex für einfache Lösungen. Angesichts der „langen Schatten“ von Brexit, Handelsstreit, Italien und anderer Unsicherheiten ist mit weiterer Volatilität zu rechnen


1. Die Skepsis über die Handelsgespräche USA-China dürften die Volatilität hoch halten, bis es Anzeichen für einen Konsens gibt.

Die Finanzmärkte erholten sich weltweit zu Wochenbeginn nach anscheinend erfolgreichen Gesprächen zwischen US-Präsident Trump und dem chinesischen Staatspräsidenten Xi beim G20-Gipfel am Samstag. Die Beruhigung schlug jedoch schnell in Skepsis um, als die Anleger die spärlichen (und widersprüchlichen) Einzelheiten der Vereinbarung überprüften und überlegten, was realistisch gesehen möglich wäre. Die US-Märkte kehrten am Dienstag auf den Boden der Wirklichkeit zurück. Das Problem wiegt jedoch schwerer auf europäischen Aktien, insbesondere auf deutschen Unternehmen. Wir haben Zweifel daran, dass es möglich sein wird, innerhalb der festgelegten 90 Tage eine umfassende Einigung zu den zahlreichen Punkten zu erzielen, die von dem Abkommen betroffen sein sollen. Jegliches Anzeichen für eine umfassende Übereinstimmung auf den wichtigsten Gebieten könnte die Märkte jedoch beruhigen. In der Zwischenzeit muss allerdings mit mehr Volatilität an den Märkten gerechnet werden.

 

2. Politische Ränkespiele rund um den Brexit belasten FTSE 100 & Pfund, diverse Lösungen sind möglich, aber die Unsicherheit hält an.

Der Brexit-Prozess irritiert die Märkte weiter, und Theresa May macht schwere Zeiten durch, da sie versucht, das Unterhaus davon zu überzeugen, den vorgeschlagenen Austrittsvereinbarung zu akzeptieren. Die politische Situation bleibt im Fluss, und während sowohl ein „weicher“ als auch ein „harter“ Brexitmöglich möglich bleibt, wird zunehmend auch über andere Optionen (zweites Referendum, vorgezogene Wahlen, u.a.) diskutiert. Wie immer reagiert vor allem das GBP auf die Unsicherheit am Markt. Der Wechselkurs GBP/USD ist von 1,31 Anfang November auf derzeit 1,28 gefallen. Interessant ist, dass der FTSE 100 in den letzten Tagen ebenfalls stark gefallen ist: bis dahin hatte ein schwächeres GBP die exportorientierten Unternehmen im Index unterstützt. Die Märkte dürften hier kaum zur Ruhe kommen, da jegliche Entwicklung in Richtung eines marktfreundlicheren Ausgangs auch mit einem steigenden Risiko eines „harten Brexit“ einhergehen dürfte, wenn der politische Entscheidungsprozess zu kollabieren droht.

 

3. Hinweise auf Angebotskontrollen dürften Rohöl längerfristig unterstützen, die Nachfragensorgen haben sich aber als bremsend erwiesen.

Die Unsicherheit am Markt spiegelt sich in weiterem Abwärtsdruck auf die Renditen der Bundesanleihen. Auch der Goldpreis ist in den letzten Tagen gestiegen, obwohl die steigenden Renditen weiteres Aufwärtspotenzial beschränken sollten. Sorgen um das globale Wachstum haben in den letzten Monaten die Ölpreise beeinträchtigt, die sich allerdings diese Woche stabilisiert haben, da Hoffnung besteht, dass das Treffen zwischen der OPEC und verbündeten Ländern die Angebotssituation unter Kontrolle bringen könnte. Wir gehen auf Sicht von zwölf Monaten von steigenden Ölpreisen aus. Die Märkte brauchen aber vermutlich mehr überzeugende Hinweise für diese Entwicklung.

 

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