Anfang der Woche fand unser CIO Day statt, bei dem wir im vierteljährlichen Rhythmus unsere Prognosen überprüfen. Wir bleiben positiv, aber vorsichtig gestimmt. Das anhaltende Wachstum der Weltwirtschaft dürfte Anlageopportunitäten schaffen, allerdings in einem häufig volatilen Finanzmarktumfeld.


1. Das US-Wachstum scheint kräftig, aber wie in Europa und auch China ist 2019 eine Verlangsamung zu erwarten.

Wir haben die Prognose für das BIP-Wachstum 2018 in USA von 2,7% auf 2,9% angehoben: die Volkswirtschaft erfährt weiter eine Stütze durch fiskalische Stimulierung, einen hohen Beschäftigungsstand und zulegende Geschäfts- und Konsumklimaindizes. Der Ausblick für die Eurozone ist weniger robust mit einer Herabstufung des Wachstums 2018 (von 2,2% auf 2,0%), da einige Indikatoren eine schwächere Dynamik anzeigen. Sowohl in den USA als auch in der Eurozone wird 2019 eine Wachstumsverlangsamung von 2,4% auf 1,9% erwartet. In China sollten private Konsumausgaben das BIP-Wachstum 2018 auf dem Niveau von 6,5% halten, bis dann verzögerte Wirkungen der Maßnahmen zur Schuldenreduzierung 2019 zu einer Verlangsamung auf 6,0% führen. Das Wachstum sollte in einer Reihe von Schwellenländern aber robust bleiben.

 

2. US-Aktien scheinen interessant, bei moderaten Kursanstiegen auch in anderen Märkten. US-Leitzinsen und Renditen dürften steigen.

Wir sehen weiteres Kurspotenzial für US-Aktien (Prognose für Ende September 2019: 3000) und der Aktienmarkt bleibt interessant. Kleinere Kursanstiege sind auch in den meisten anderen Märkten wahrscheinlich, dürften aber bei höheren Volatilitätsniveaus erfolgen, die Teil eines Spät-Zyklus-Umfelds sind. Bei Schwellenländern bevorzugen wir Asien vor Lateinamerika. Wir erwarten einen Renditeanstieg 10-jähriger US-Staatsanleihen auf 3,25% bis Ende September 2019 und einen Anstieg der Rendite von Bundesanleihen auf 0,80% - auch wenn diese durch Nachfrage nach Anlagen in den „sicheren Häfen“ gedrückt werden könnte. Dies könnte sich vor dem geldpolitischen Hintergrund einer Leitzinsanhebung der US-Notenbank im September 2018 und dann weiterer drei Zinsanhebungen in den folgenden 12 Monaten ereignen. Die EZB dürfte, wie angekündigt, die quantitative Lockerung im Dezember 2018 beenden, eine Leitzinsanhebung wird aber nicht vor Herbst 2019 erwartet.

 

3. Die EM stehen vor einigen herausfordernden Monaten, dürften sich aber behaupten. Italien und Brexit sind die Hauptrisiken in der Eurozone.

Für dieses Szenario gibt es viele Gründe. Die Schwellenländer könnten in den nächsten Monaten volatil bleiben, aber langfristig bleibt unsere Einstellung positiv. Eine langsamere Aufwertung des USD (EUR/USD bei 1,15 per Ende September 2019) und Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China dürften hilfreich sein. In Europa gehören zu den Schlüsselproblemen das italienische Haushaltsdefizit und der Brexit. Selbst eine minimale Erhöhung des italienischen Haushaltsdefizits könnte Teile der Staatsverschuldung nicht mehr tragbar machen. Außerdem sind die fundamentalen Brexit-Schwierigkeiten längst nicht ausgeräumt. Da die Märkte volatil bleiben dürften, lautet unser Rat, investiert zu bleiben, dabei allerdings abzusichern.

 

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In EMEA und APAC gilt diese Publikation als Marketing Material, in den USA nicht. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich jederzeit ändern oder als falsch  heraus stellen können. Die Informationen können sich jederzeit verändern und sollten nicht als Empfehlung angesehen werden. Es kann keine Gewähr übernommen werden, dass Anlageziele erreicht oder Ertragserwartungen erfüllt werden.
 
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