Die aktuelle Nachrichtenlage wurde vom Drama um den Brexit und von Italien dominiert. Aber sind der anhaltenden Rückgang des Ölpreises sowie die enttäuschenden BIP-Daten aus Japan und Deutschland vielleicht Vorzeichen einer deutlichen globalen Wachstumsverlangsamung?


1. Der Brexit dürfte weiter für Volatilität beim GBP sorgen. Rückt Italien wieder in den Blick, dürften die Spreads wieder im Fokus sein.

Das anhaltende Brexit-Drama bestätigt die Aussage eines früheren britischen Premierministers, dass “in der Politik eine Woche eine lange Zeit ist”. Auf positive Marktreaktionen nach der Kabinettseinigung auf den Vertragsentwurf zwischen der EU und Großbritannien folgte nur einen Tag später ein heftiger Rückgang des Kurs des britischen Pfunds (GBP) als eine Reihe von Ministerrücktritten andeutete, dass die Kabinettsvereinbarung nicht mit politischer Akzeptanz gleichzusetzen ist. Die Volatilität beim GBP dürfte in den kommenden Wochen hoch bleiben und auch binnenmarktorientierte Aktien aus Großbritannien dürften weiter Gegenwind verspüren. Das italienische Budget trat vorübergehend in den Hintergrund, könnte aber ab dem 21. November mit Kommentaren der EU-Kommission wieder in die Schlagzeilen rücken. Marktreaktionen dürften sich hier auf den Renditeabstand (Spread) italienischer Staatsanleihen fokussieren. Wir gehen davon aus, dass Italiens Regierung eher auf starke Kursbewegungen am Rentenmarkt reagieren dürfte, als auf Druck seitens der EU-Kommission oder anderer EU-Institutionen.

 

2. Der anhaltende Ölpreis-Rückgang hat diverse Gründe. Die Förderung von Rohöl steigt und die Nachfrageerwartungen gehen zurück

Wir blicken auf mögliche Ursachen des anhaltenden Ölpreisrückgangs und identifizieren vier Gründe: steigende Ölproduktion in den USA (und anderswo), geringere Auswirkungen der US-Sanktion als befürchtet, eine typische negative Saisonalitätund Gegenwind seitens der US-Dollaraufwertung. Interessant ist aber auch, wie vergleichsweise schnell sich die Erwartungen bezüglich der künftigen Nachfrageentwicklung verändert haben. Ein in dieser Woche veröffentlichter Bericht der OPEC zeigte nicht nur, dass zusätzliche Förderung in Russland und in der OPEC die iranischen Produktionsausfälle kompensierten. Ebenso wichtig scheint, dass die Ölnachfrageprognose für 2019 den vierten Monat in Folge nach unten revidiert wurde, was entsprechend auf den Ölpreis drückte.

 

3. Der BIP-Rückgang in Deutschland und Japan in Q3 sollte sich in Q4 umkehren. Das globale BIP dürfte sich in 2019 nur leicht abschwächen.

Deuten die aktuellen Wirtschaftsindikatoren auf eine Verlangsamung der Weltkonjunktur hin und gehen daher mit einem Rückgang der Ölnachfrage einher? Nicht unbedingt. Die enttäuschenden Q3-BIP-Daten für Deutschland und Japan erhielten zuletzt große Aufmerksamkeit. Aber wie wir im folgenden erläutern, war die Wachstumsverlangsamung in beiden Ländern in Q3 hauptsächlich durch Einmaleffekte bedingt: in Deutschland durch Auswirkungen neuer Gesetze für Abgastests in der Automobilindustrie und in Japan durch die Folgen von Erdbeben und schwieriger Witterungsbedingungen. Beide Volkswirtschaften dürften in Q4 wieder stärker wachsen. Insgesamt gehen wir davon aus, dass sich das Wachstum der Weltwirtschaft 2019 nur leicht gegenüber 2018 verlangsamen dürfte –eine dramatischen Wachstumsverlangsamung sollte nicht bevorstehen.

 

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