Die nächste Woche anstehenden ersten Schätzungen für das US-BIP in Q2 sollten anhaltend starkes Wachstum zeigen, ähnliches dürfte für die US-Unternehmensgewinne gelten. Aber wie lange kann eine Welt multipler Wachstumsgeschwindigkeiten anhalten und wie sollte man sich darin bewegen?

 

1. Das US-BIP-Wachstum könnte in Q2 starke 4% erreichen. Anderswo auf der Welt belasten Handelssorgen bereits Ökonomie und Märkte.

Das US-BIP-Wachstum in Q2 dürfte 4% oder mehr erreichen. Auf der anderen Seite bleiben die Wirtschaftsdaten aus der Eurozone durchwachsen und auch die jüngsten Daten aus China deuten auf eine Abschwächung. Die drohende Eskalation des Handelsstreits wirft ihre Schatten voraus. Präsident Trump geht vermutlich davon aus, dass die US-Wirtschaft stark genug ist, die Verwerfungen im Handel auszuhalten, während China über eine politische Lockerung nachdenkt, um mit den Folgen dieser Verwerfungen umzugehen. Die Eurozone hat weder den Luxus einer besonders dynamischen Wirtschaft noch die Fähigkeit, geldpolitisch deutlich umzuschwenken um das Wachstum zu beleben. Die Exportorientierung vieler europäischer Unternehmen macht sie gegenüber Erschütterungen im Handel verwundbar (ebenso wie Japan), was in der jüngsten Talfahrt der Aktienkurse zum Ausdruck kam. Das Unternehmensgewinnwachstum trägt dieser „Welt multipler Geschwindigkeiten" Rechnung. Nachdem 10% der S&P 500-Unternehmen ihre Ergebnisse vorgelegt haben, liegt der Zuwachs bei 21%. In Europa jedoch liegen die Konsenserwartungen bei einem eher bescheidenen Wachstum von 8,2%.

 

2. Sorgen in der Eurozone, geldpolitische Zwänge und De-Leveraging-Wünsche Chinas könnten die Welt multipler Geschwindigkeit vorerst bestehen lassen.

Die Frage ist, wie lange diese Diskrepanzen in einer stark integrierten Welt anhalten können. Die US-Wirtschaft richtet sich auf ein nachhaltiges Wachstum ein. Auch Fed-Chef Powell sagte in einer Kongressanhörung diese Woche, dass die US-Wirtschaft wahrscheinlich „mehrere Jahre mit starken Arbeitsmarktzahlen und niedriger Inflation" vor sich haben dürfte. Längerfristige Themen wie das Haushaltsdefizit und die Verschuldung sind vergessen - zumindest vorerst. Europa fehlt es an den politischen Mitteln, um das Wachstum wieder in Gang zu bringen. Es scheint sehr unwahrscheinlich, dass die EZB-Geldpolitik gelockert oder eine flexiblere Fiskalpolitik verfolgt wird. In China sind sich die Behörden bewusst, dass sie die Verschuldung der Wirtschaft senken müssen. Daher dürften sie auf der einen Seite teils eine Straffung und auf der anderen Seite eine Lockerung von Maßnahmen vornehmen, mit dem Ziel einer moderaten Verlangsamung.

 

3. Mittelfristig dürften sich US-Aktien widerstandsfähig zeigen, aber Sorgen um einen Handelskrieg könnten zu einer Neueinschätzung führen.

US-Aktien dürften gegenüber handelspolitischen Verwerfungen besser gefeit sein als europäische oder japanische Aktien. Dies dürfte sich auch in den Unternehmensausblicken zeigen, die im Lauf der Berichtssaison zu einer gewissen Neubewertung führen könnten. Die generellen regionalen Tendenzen dürften aber weiterbestehen. Sollte die Wahrscheinlichkeit eines Handelskrieges zurückgehen, dürften sich die Preise bestimmter Anlagen (z.B. Bundesanleihen) den Werten annähern, die normalerweise mit den aktuellen BIP-Wachstumsraten einhergehen – auch wenn die Volatilität noch einige Monate anhalten dürfte.

 

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In EMEA und APAC gilt diese Publikation als Marketing Material, in den USA nicht. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich jederzeit ändern oder als falsch  heraus stellen können. Die Informationen können sich jederzeit verändern und sollten nicht als Empfehlung angesehen werden. Es kann keine Gewähr übernommen werden, dass Anlageziele erreicht oder Ertragserwartungen erfüllt werden. CIO Office, Deutsche Bank Wealth Management, Deutsche Bank AG - Email: WM.CIO-Office@db.com