Angesichts steigender Märkte war man, auch beruhigt durch eine „geduldige“ Haltung der US-Notenbank, geneigt, über die gemischten Politik- & Wirtschaftsnachrichten hinwegzusehen. Nun ist Geduld zwar eine Tugend – sowohl für die Anleger als auch für die (geld-)politischen Entscheidungsträger –, aber sie ist nicht unerschöpflich.


1. Die Märkte waren diese Woche mit gemischten Nachrichten konfrontiert, blieben aber allgemein weiter optimistisch.

Die Märkte mussten in dieser Woche mit ungewöhnlich vielen Daten und Ereignissen fertig werden. US-BIP sowie Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone und China gingen mit zahlreichen politischen Nachrichten einher (z.B. Aufschiebung der Zölle auf China-Importe durch Trump, Gipfeltreffen Trump/Kim, Cohen-Anhörung und Brexit). Diese Nachrichten waren teils gut, stimmten aber teils auch weniger zuversichtlich. Die Märkte wurden jedoch damit fertig und nachhaltige Kursanstiege standen im deutlichen Kontrast zu der Volatilität Ende 2018. Der S&P 500 stieg seit Jahresbeginn um ca. 11%, Aktien aus China (CSI 300) konnten seit Anfang des Jahres mehr als 20% zulegen und selbst der bisherige Nachzügler, der DAX, gewann rund 8%.

 

2. Das dürfte auf der Vorsicht der Fed bei Leitzinsschritten und Vertrauen in die Effizienz politischer Eingriffe in China beruhen.

Der Hauptgrund für die gute Stimmung am Markt ist schnell ausgemacht: US-Notenbankchef Powell und seine Kollegen haben versprochen, geduldig sein zu wollen, bevor sie die US-Geldpolitik ändern. Die Märkte haben das Versprechen mit Enthusiasmus aufgenommen, was ihnen über gemischte binnenwirtschaftliche Daten und einen Mangel an bisherigen Fortschritten bei den Handelsgesprächen zwischen USA und China hinweghalf. Die Anleger sind auch zuversichtlich, dass die chinesischen Behörden Maßnahmen ergreifen, die letztendlich zur Stabilisierung der chinesischen Volkswirtschaft führen sollten. Dies hat die anhaltende Erholung der chinesischen Aktien ermöglicht. Enttäuschungen wie das Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim beeinflussten die globalen Finanzmärkte hingegen nur geringfügig.

 

3. US-Leitzinserhöhungen können aber nicht für immer vermieden werden – und in nächster Zeit ist mit mehr Nervosität an den Märkten zu rechnen.

Die bessere Anlegerstimmung in Asien zeigte sich nicht nur an den Aktienmärkten, sondern auch an den stärkeren Währungen der asiatischen Schwellenländer. Hier zählten eine offensichtlich gemäßigtere Fed und Hoffnungen auf Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen USA und China zu den positiven Faktoren. Die Entschlossenheit Chinas, weitere Stimulus-Maßnahmen umzusetzen und den CNY relativ stabil zu halten, dürften zudem helfen. Die selbst nach dem jüngsten Anstieg noch moderaten Ölpreise dürften darüber hinaus Druck auf die Außenhandelsbilanzen bestimmter asiatischer Volkswirtschaften reduzieren. Aber auch in Asien könnten Sorgen um das weltweite Wachstum nach wie vor für kurzfristige Volatilität sorgen.

 

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