Jüngste Unternehmensergebnisse, Hoffnungen auf Fortschritte in den Verhandlungen der Handelsgespräche zwischen USA und China und Signale für ein Überwinden der Wachstumsschwäche haben die Aktienmärkte steigen lassen. Müssen die Gewinnerwartungen dennoch weiter angepasst werden?


1. Von hohem Q4 2018 Niveau abnehmende Gewinnerwartungen für 2019 der US-Unternehmen dürften Fed vorsichtig halten.

In den USA nähert sich die Unternehmensgewinn-Saison Q4 2018 dem Ende. Das Gewinnwachstum im Vorjahresvergleich war zwar das niedrigste seit mehreren Quartalen, lag jedoch deutlich im zweistelligen Bereich. Wichtiger dürfte aber die Abwärtskorrektur der Gewinnerwartungen sein, denn die Märkte rechnen eher mit einem Gewinnwachstum von ca. 5% für 2019. Diese niedrigeren Erwartungen sind nur schwer mit den jüngsten Kursanstiegen zu vereinbaren und könnten für eine kurze Konsolidierung sprechen. Wir bleiben gegenüber Aktien allgemein allerdings positiv – unsere Zwölfmonatsprognose für den S&P 500 beträgt 2.850. Vor diesem Hintergrund dürfte die Fed weiterhin sehr vorsichtig sein: das diese Woche veröffentlichte Protokoll der FOMC-Sitzung von Januar ist äußerst zweideutig: der Grundton ist gemäßigt, wobei Zinserhöhungen im weiteren Jahresverlauf nicht ausgeschlossen werden. Aus dem Protokoll geht auch hervor, dass für alle FOMC-Mitglieder „wünschenswert wäre", im Jahresverlauf die Bilanzreduzierung zu unterbrechen.

 

2. Aufgrund einer erwarteten Wachstumsverlangsamung in Europa erwarten wir 2019 niedrigere Gewinnzuwächse.

Die Gewinne für Q4 2018 in Europa fielen besser aus als von manchen erwartet und standen Kursanstiegen der europäischen Märkte nicht im Wege. Mehr als die Hälfte der STOXX Europe 600-Unternehmen haben Gewinne veröffentlicht, und das Gewinnwachstum liegt derzeit bei 2,9%. Die Einkaufsmanager-Daten konnten die allgemein trübe Lage nicht aufhellen, und da die EZB die quantitative Lockerung eingestellt hat, gibt es Fragen in Bezug auf die nächsten Schritte. Angesichts der Unsicherheit denken wir, dass die Konsens-Erwartungen für das Gewinnwachstum im Geschäftsjahr 2019 etwas zu optimistisch sein könnten.

 

3. Wechselkurse und Aktienmärkte in Asien profitierten von besserem Sentiment, kurzfristig scheint Volatilität möglich.

Die bessere Anlegerstimmung in Asien zeigte sich nicht nur an den Aktienmärkten, sondern auch an den stärkeren Währungen der asiatischen Schwellenländer. Hier zählten eine offensichtlich gemäßigtere Fed und Hoffnungen auf Fortschritte in den Handelsgesprächen zwischen USA und China zu den positiven Faktoren. Die Entschlossenheit Chinas, weitere Stimulus-Maßnahmen umzusetzen und den CNY relativ stabil zu halten, dürften zudem helfen. Die selbst nach dem jüngsten Anstieg noch moderaten Ölpreise dürften darüber hinaus Druck auf die Außenhandelsbilanzen bestimmter asiatischer Volkswirtschaften reduzieren. Aber auch in Asien könnten Sorgen um das weltweite Wachstum nach wie vor für kurzfristige Volatilität sorgen.

 

Bitte hier klicken, um den vollständigen Bericht herunterzuladen.

 

In Europa, Mittlerer Osten & Afrika sowie in Asien-Pazifik gilt diese Publikation als Marketing Material, in den USA nicht. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich jederzeit ändern oder als falsch heraus stellen können. Die Informationen können sich jederzeit verändern und sollten nicht als Empfehlung angesehen werden. Es kann keine Gewähr übernommen werden, dass Anlageziele erreicht oder Ertragserwartungen erfüllt werden. CIO Office, Deutsche Bank Wealth Management, Deutsche Bank AG - Email: WM.CIO-Office@db.com