Die Unruhe an den Finanzmärkten nach der Verstimmung im Handelsstreit zwischen den USA und China unterstreicht das Risiko, sich auf etwas zu verlassen, bevor es eintritt. Mit dem temporären Ausfall eines unterstützenden Faktors für die Finanzmärkte könnten andere Probleme in den Fokus rücken.

 

1. Die USA haben heute die Zölle auf Importe aus China angehoben. Das Problem zu lösen könnte einige Zeit in Anspruch nehmen.

Mit der zu Wochenbeginn verkündeten Entscheidung Trumps mit Wirkung von heute auf US-Importe aus China im Wert von 200 Mrd. US-Dollar Zölle von 10% auf 25% zu erhöhen, fanden Hoffnungen auf einen konstruktiven Verlauf der Handelsgespräche zwischen den USA und China ein jähes Ende. Es ist schwer zu beurteilen, ob diese Kehrtwende der USA erfolgt, um weitere Zugeständnisse Chinas zu erzwingen oder ob sie nur die unüberbrückbaren Differenzen zwischen den beiden Parteien reflektiert. Die Verhandlungen in Washington werden fortgesetzt und wir erwarten in der Angelegenheit weiterhin eine Lösung, die aber wohl Zeit erfordert – und ein Abbruch der Verhandlungen ist nach wie vor möglich.

 

2. Hoffnung im Handelsstreit war eine Ursache der zuletzt guten Stimmung. Nun könnten andere Probleme stärker belasten.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, besagt ein Sprichwort – man soll sich nicht auf ein günstiges Ergebnis verlassen bevor es eintritt. Wir hatten bereits darauf hingewiesen, dass sich Hoffnungen auf einen günstigen Ausgang des Handelsstreits zwischen den USA und China als anfällig für Enttäuschungen erweisen könnten. Was aber in der aktuellen Lage wirklich bedenklich stimmt, ist, dass das Vertrauen in einen guten Ausgang für viele der wichtigste Grund für eine optimistische Sicht auf die Finanzmärkte war. Während wir nun auf eine Lösung im Handelsstreit warten, könnte sich der Marktfokus auf andere ungelöste Probleme in Japan und Europa richten. Erst letzte Woche warnten wir an dieser Stelle, dass sich Ökonomie und Finanzmärkte nicht in einem “Goldilocks”- Szenario sondern in einem spätzyklischen Umfeld befinden, in dem schwächeres Wachstum mit Volatilitätsspitzen einhergehen dürfte.

 

3. Angesichts einer Reihe ungelöster Probleme scheint der Zeitpunkt günstig, über ein Re-Balancing der Portfolios nachzudenken.

In Europa wurden Hoffnungen wegen eines besser als erwarteten BIP für Q1 und Inflationsdaten für April von einer weiteren Prognosesenkung der EU-Kommission – vor allem für Italien und Deutschland – überlagert. Wegen ausbleibender höherer Inflationserwartungen steht die EZB weiter vor einem geldpolitischen Dilemma. Und in China könnten, während wir weiter davon ausgehen, dass die Wachstumsabschwächung abklingt, diverse andere Faktoren zu Fragezeichen hinter den geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen führen – und zu einem herausfordernden Umfeld für chancenorientierte Investments in China. So blieben z.B. die Exporte Chinas im April unter den Erwartungen und das Kreditwachstum ging zurück. Unsere Empfehlung, Gewinne mitzunehmen und die Portfolios neu auszurichten, scheint das Gebot der Stunde zu bleiben.

 

Bitte hier klicken, um den vollständigen Bericht herunterzuladen.

 

In Europa, Mittlerer Osten & Afrika sowie in Asien-Pazifik gilt diese Publikation als Marketing Material, in den USA nicht. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich jederzeit ändern oder als falsch heraus stellen können. Die Informationen können sich jederzeit verändern und sollten nicht als Empfehlung angesehen werden. Es kann keine Gewähr übernommen werden, dass Anlageziele erreicht oder Ertragserwartungen erfüllt werden. CIO Office, Deutsche Bank Wealth Management, Deutsche Bank AG - Email: WM.CIO-Office@db.com.

Hinweis: Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Die hier dargelegten zukunftsgerichteten Erklärungen stellen die Beurteilung des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Materials dar. Zukunftsgerichtete Erklärungen beinhalten wesentliche Elemente subjektiver Beurteilungen und Analysen sowie deren Veränderungen und/oder die Berücksichtigung verschiedener, zusätzlicher Faktoren, die eine materielle Auswirkung auf die genannten Ergebnisse haben könnten. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich als falsch heraus stellen können.