Die größten Sorgen, die aktuell den globalen Wirtschaftsausblick überschatten, stellen mit Handelsstreit, Brexit, und konjunktureller Schwäche im dritten Quartal eine komplexe Gemengelage dar. Vorsicht scheint geboten, denn einfache Lösungen sind derzeit nicht in Sicht.


1. US-Anleger profitieren von einer nach wie vor robusten Konjunktur, fragen sich aber, wie viele Zinserhöhungen diese noch verträgt.

Die USA bleiben die „Lokomotive“ des Weltwirtschaftswachstums in der zweiten Jahreshälfte, aber auch sie sind nicht völlig frei von geopolitischen Sorgen und wirtschaftlichen Problemen. Von dem bevorstehenden Treffen zwischen US-Präsident Trump und dem chinesischen Amtskollegen XiJingpingwird viel erwartet, da es einer möglichen Einigung im Handelskonflikt den Weg ebnen könnte. In der Innenpolitik muss der US-Präsident einen Regierungsstillstand am 7. Dezember verhindern, was bedeutet, dass er mit dem seit Kurzem von den Demokraten kontrollierten Repräsentantenhaus über die Finanzierung der Mauer an der mexikanischen Grenze, die Beziehungen zu Saudi-Arabien und die Ermittlungen zur Einmischung Russlands in die Wahl 2016 verhandeln muss. Und nicht zuletzt beginnen Anleger zu fürchten, dass die Fed sich mit Zinserhöhungen selbst überholen könnte. Obwohl weiter mit einer Anhebung im Dezember gerechnet wird, äußerte sich der Fed-Vorsitzende Powell jüngst mit fast ge-mäßigten Worten, dass die Fed Funds Rate sich „einem neutralen Niveau“ nähere.

 

2. Die Schwäche der Konjunktur in Q3 traf auch europäische Länder außerhalb der Eurozone und die Brexit-Frage bleibt weiter offen.

In Europa spiegelten zwei nicht zur Eurozone gehörende Länder die jüngste wirtschaftliche Schwäche der Eurozone wider: die Schweiz und Schweden. In beiden ging das BIP-Wachstum im dritten Quartal unerwartet zurück. Das ruft uns in Erinnerung, dass die Normalisierung der Geldpolitik nicht überall und noch weniger gleichzeitig erfolgen dürfte. Das anhaltende Brexit-Drama, das in den letzten Tagen noch unsicherer wurde, steht immer noch im Mittelpunkt des Interesses der Anleger. Alle Optionen, einschließlich eines „harten“ Brexitohne Abkommen, scheinen weiter möglich.

 

3. Nach jahrelangen Kaufprogrammen über-steigt Bilanzsumme der Bank ofJapan das BIP, die Inflationsrate bleibt aber weiter niedrig.

Schließlich musste auch Japan in Q3 ein enttäuschendes BIP-Ergebnis hinnehmen, das auf Sonderfaktoren in Zusammenhang mit dem Erdbeben und Klimabedingungen zurückzuführen war. Die Wirtschaftsaktivität wurde in Q3 jedoch auch durch ein langsameres Wachstum im Informationstechnologie-Sektor beeinträchtigt, und man macht sich weiterhin Sorgen, dass eine Eskalation des Handelskonflikts zwischen USA und China sich zunehmend auf die Wirtschaft allgemein auswirken könnte. Der jüngste Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe zeigt in der Tat einen Rückgang von 52,9 im Oktober auf 51,8 im November, den niedrigsten Stand seit November 2016. Sollte aufgrund geopolitischer Probleme die Nachfrage nach dem JPY als „sicherer Hafen“ zunehmen, würde das bestimmte verarbeitende Sektoren beeinträchtigen. Unterdessen übersteigt der Wert der Bilanz der Bank ofJapan nach jahrelangen Anleihekäufen zur Stimulierung der Volkswirtschaft das japanische BIP.

 

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