Inmitten der gedrückten geopolitischen Stimmung gibt es auch viel Licht – in Gestalt einer starken Q2 Unternehmensberichtssaison in den USA und anderswo. Es stellt sich aber die Frage, ob die Marktteilnehmer vom Gewinnwachstum geblendet sind und daher einige wichtige Probleme nicht sehen, die vor uns liegen?


1. Das Gewinnwachstum der US-Unternehmen war im zweiten Quartal sehr stark – andere Regionen haben aber ebenfalls gut berichtet.

Die US-Gewinnsaison des Q2 ist fast beendet und die Ergebnisse übertreffen auch die optimistischsten Erwartungen: ca. 88% der Unternehmen des S&P 500 haben ihre Gewinne bereits berichtet und das Gewinnwachstum liegt bei 25,5% im Vorjahresvergleich. 81% der Unternehmen konnten die Erwartungen übertreffen, und auch das Umsatzwachstum war sehr stark. Unsere US-Kollegen analysieren im folgenden die US-Ergebnisse näher - diese sind jedoch nur ein Teil des Gesamtbildes. Auch in vielen anderen Märkten wurden für Q2 solide Unternehmensgewinne berichtet: Nachdem rund 54% der Unternehmen ihre Q2-Zahlen vorgelegt haben, beträgt das Gewinnwachstum der im MSCI AC World gelisteten Unternehmen 20,4% ggü. Vorjahr. Die Schwellenländer verbesserten sich stark, die Unternehmensgewinne in Europa stiegen lediglich moderat an.

 

2. Die starken Ausblicke der US-Unternehmen dürften mit zur Marktberuhigung beigetragen haben, auch wenn die Erwartungen reduziert werden dürften.

Das anspruchsvolle geopolitische Umfeld trübt die positive Gewinnsituation. In der letzten Woche sind die Handelsspannungen zwischen den USA und China weiter eskaliert, und die USA kündigten Sanktionen gegen Iran und Russland an. Diese Sanktionen könnten großen Schaden anrichten und auch optimistisch betrachtet könnte eine gewisse Zeit erforderlich sein, um sie zurückzunehmen.  Warum scheint das die Märkte nicht weiter zu stören? Eine Möglichkeit ist, dass die Unternehmensgewinne im Gegensatz zu künftigen Bedrohungen als Realität betrachtet werden. Auch die guten Prognosen vieler US-Unternehmen stimmten die Märkte zuversichtlich, wobei man allerdings nicht vergessen sollte, dass auch die größten und smartesten Unternehmen die Zukunft nicht voraussagen können. Die Unternehmensgewinnerwartungen in bestimmten Sektoren in Europa (z.B. Öl & Gas, Finanzen, Grundstoffe) erscheinen ebenfalls etwas zu optimistisch.

 

3. Komplexe Themen ziehen die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich und die längeren Schatten, die sie voraus werfen dürften zu höherer Volatilität führen.

Der eigentliche Grund für die Unerschütterlichkeit mancher Marktteilnehmer ist aber – bislang – vielleicht einfach die Komplexität der Probleme. Seit Beginn der internationalen Finanzkrise konzentrieren sie sich vor allem auf die Folgen der Anpassungen der Geldpolitik. Aber jetzt, da die US-Gewinnsaison fast vorüber ist, gilt es auch die Auswirkungen von Zöllen (China, Europa), Handelssanktionen (Iran, Türkei) und politischen Zuspitzungen in Schwellenländern (Türkei) zu berücksichtigen. Auch in Europa gibt es bedeutende politische Risiken (Brexit, Italien), dies gilt möglicherweise auch für die anstehenden Zwischenwahlen in den USA. Da all diese Problemfelder um die Aufmerksamkeit der Anleger wetteifern, ist mit Volatilität zu rechnen – auch wenn das robuste Gewinn- und BIP-Wachstum auf internationaler Ebene anhält. Das könnte für taktische Anlagen in Gold sprechen. Insgesamt gibt es aber trotz immer längerer Schatten auch Lichtblicke.

 

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