„Es steht nicht in unseren Sterne, lieber Brutus,“ sagt Caesar bei Shakespeare, „es liegt an uns selbst“. Ereignisse zu Beginn des Jahres 2019 haben Hoffnungen genährt, dass sich diverse geopolitische Krisen nicht als vorherbestimmt, sondern vielmehr als – wenn auch nicht vollständig – lösbar erweisen könnten.


1. Auch wenn der „US-shutdown“ eine neue Rekorddauer erreichen könnte, hält der Druck auf beide Seiten an, eine Lösung zu finden.

Der „shutdown“ der US-Administration könnte der längste in der Geschichte der USA werden, da sich aus den Gesprächen zwischen dem Weißen Haus und dem Kongress bisher keine Fortschritte ergaben. Diverse Fristen dürften aber sowohl den Präsidenten als auch die Demokraten unter Druck setzen, einen Kompromiss zu finden. Für ca. 800.000 Staatsbedienstete dürfte schon bald der erste Lohn ausfallen und die Steuerzahler wissen nicht, ob die Steuerbehörde im nächsten Monat mit der Bearbeitung der Steuerrückerstattungen beginnen kann, da die Regularien dies eigentlich untersagen. Auch die wirtschaftlichen Folgen des Regierungsstillstands dürften wegen der blockierten Staatsaufträge, der weiteren Verzögerung der Konjunkturdaten und des Einkommensverlusts (Lohnausfall und verzögerte Steuerrückerstattungen), der sich möglicherweise auf den Konsum und damit auf das Wachstum niederschlagen wird, zunehmen.

 

2. Ebenso gibt es für die Führung in den USA wie in China gute Gründe trotz der Differenzen in den Handelsgesprächen Fortschritte zu erzielen.

US-Präsident Trump war diese Woche bemüht, für positive Neuigkeiten in Sachen Handelsgespräche zwischen den USA und China zu sorgen -der offizielle Kommentar von Seiten Chinas tat dies ebenfalls. Unserer Meinung nach scheint eine Vereinbarung zu den diskutierten Problemen innerhalb der vorgegebenen Frist von 90 Tagen möglich, da beide Seiten gute Gründe haben, für weitere Fortschritte zu sorgen. Da das Wachstum in China in diesem Jahr wahrscheinlich nachlassen dürfte, würde eine Lösung des Konflikts China die Möglichkeit bieten, den Export zu unterstützen und das Geschäftsklima zu fördern. Auch in den USA ist mit nachlassendem Wachstum zu rechnen und ein länger anhaltender Konflikt könnte Folgen haben, die dem US-Aktienmarkt alles andere als willkommen wären. China könnte in folgenden Bereichen zu Kompromissen bereit sein: Zusagen, mehr US-Güter zu kaufen, Öffnung des chinesischen Finanzsektors, Stabilität des CNY und Ausweitung des Schutzes geistiger Eigentumsrechte.

 

3. Die Brexit-Diskussion ist im britischen Parlament in eine volatile Phase einge-treten, in der die geplante Lösung zunehmend „unter Feuer“ kommt.

den jüngsten Diskussionen im britischen Parlament ist es weniger wahrscheinlich, dass der Brexit-Prozess dem von Premierministerin May vorgezeichneten Weg folgt: bei der für nächsten Dienstag (15.01.) angesetzten Abstimmung könnte das Abkommen durchaus abgelehnt werden, und was danach kommt, ist noch unklar. Bisher waren die Marktreaktionen auf die Unsicherheiten eher gedämpft. Sollte die Abstimmung zu Ungunsten von Theresa May ausfallen, würde die Volatilität während der drei Tage, die ihr dann zur Verfügung stehen, um dem Parlament einen „Plan B“ vorzulegen, auf jeden Fall zunehmen. Wir planen nächste Woche ein CIO InsightsMemo über die Abstimmung und deren Folgen zu veröffentlichen.

 

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