Die US-Rezessionsängste sind wieder auf dem Rückzug und das Prinzip Hoffnung behält an den Finanzmärkten die Oberhand. Während die beginnende US-Berichtssaison eher zu den kurzfristigen Hürden zählt, dürften niedrige Inflation, Brexit und fehlende Strukturreformen in Europa eher langfristige Hindernisse darstellen.


1. Die Investoren dürften über eine mögliche Q1- Wachstumsschwäche in China hinwegsehen und sich auf die US-Gewinne für Q1 fokussieren.

Jüngste US-Arbeitsmarktdaten haben Rezessionsängste schwinden lassen, den moderateren Kurs der Fed (durch niedrigeres Lohnwachstum) bestätigt und so die Hoffnung an den Börsen gestärkt. Als nächste Hürde könnte sich das für Mittwoch erwartete Q1-BIP-Wachstum für China erweisen. Wir rechnen mit einer leichten Abschwächung von den in Q4 2018 erreichten 6,4%, denken aber, dass die Investoren darüber hinweg sehen und auf die Belebung durch höhere Infrastrukturausgaben und Steuersenkungen sowie ein Handelsabkommen mit den USA hoffen. Der Fokus dürfte sich nun verstärkt auf die beginnende US-Unternehmens-berichtssaison richten, wo mit etwas schwächeren Daten zu rechnen ist.

 

2. Die niedrige Kerninflation verblüfft zwar viele Notenbanken, dürfte aber weiteren Kursgewinnen kurzfristig nicht im Wege stehen.

Was könnte einer weiteren Konjunkturerholung noch im Wege stehen? Einige Hürden dürften vor allem ökonomischer, andere vor allem geopolitischer Natur sein. Auf dem schmalen Konjunkturpfad dürften sich viele Notenbanken mit Reaktionen auf die hartnäckig niedrige Inflation noch schwer tun. Die US-Verbraucherpreise sind zwar, wie diese Woche berichtet, im März gestiegen, die Kerninflationsrate ist allerdings auf ein 13-Monatstief gefallen und auch die jüngsten Inflationszahlen für die Eurozone blieben unter den Erwartungen. In China haben höhere Preise für Lebensmittel die Verbraucherpreise angetrieben, allerdings blieb die Kerninflation unverändert und die Erzeugerpreise scheinen hartnäckig auf niedrigem Niveau zu verharren. Wann die Inflation auf normalere Levels steigt und ob man sich das überhaupt wünschen sollte, bleibt offen.

 

3. Die neuerliche Brexit-Verschiebung befreit zwar für den Moment die Märkte von einer Bürde – löst aber nicht das Problem.

Europa bleibt offensichtlich im Bann einer Kombination ökonomischer und geopolitischer Sorgen. Anhaltend schwache Wachstumsindikatoren haben die EZB bereits erneut zur Anmahnung struktureller Reformen in den Ländern der Eurozone veranlasst. Dieses Thema dürfte im Fokus bleiben, denn die EZB verfügt kaum über Möglichkeiten, dem Wachstum über niedrigere Zinsen auf die Sprünge zu helfen. Kurzfristige Sorgen bereitet nach wie vor der Brexit. Zwar ist die erneute Fristverlängerung für den Austritt auf den 31. Oktober klar einem „harten“ Brexit vorzuziehen. Sie löst aber nicht das Problem sondern könnte vielmehr sowohl im Vereinigten Königreich zu innenpolitischen Schwierigkeiten (z.B. Neuwahlen) führen, wie auch für die EU Risiken bergen.

 

Wir wünschen allen unseren Lesern ein frohes Osterwochenende! Das nächste CIO Insights Bulletin erscheint am Freitag, 26.04.2019.

 

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