Das Jahr 2018 scheint sein Versprechen, volatiler als 2017 zu sein und sich weniger eindimensional in Richtung synchronem Wachstum zu bewegen, ordnungsgemäß zu erfüllen. Dennoch lässt ein differenzierter Blick auf scheinbar unvereinbare Trends auch erahnen, welche Chancen, sich daraus ergeben könnten. 


1. Wie überall sonst auf der Welt haben diese Woche auch Aktien in den USA gelitten, die zugrunde liegenden Daten bleiben aber insgesamt positiv.

Die Stimmung war für den größten Teil der Woche plötzlich sehr negativ, da die Währungskrise in der Türkei die Anleger verständlicherweise irritierte und noch zunehmendes Unbehagen aufgrund des laufenden Handelsstreits hinzukam. In den meisten Industrieländern und sogar in manchen Schwellenländern sorgen die zugrunde liegenden Daten jedoch für ein konstruktiveres Bild. Am besten setzt man die Sachverhalte in Bezug zueinander, indem man die USA betrachtet, wo sich der Aktienindex S&P 500 seit Anfang April um 11% erholt hat und jetzt 2% von unserem Zwölfmonatsziel entfernt ist. Hohe Unternehmensgewinne in Q2 und ein florierender Einzelhandelsumsatz im Juli sind lediglich die jüngsten Faktoren für den Aufschwung. Andererseits sind die Risiken am Horizont nicht verschwunden. Abgesehen von den Turbulenzen um die Schwellenländerwährungen sehen sich die USA angesichts der bevorstehenden Zwischenwahlen, des Handelsstreits und geopolitischer Unruhen ihren eigenen Herausforderungen gegenüber. 

 

2. Anders als in den USA hat in der Eurozone die Währung im Gleichgang mit Aktien verloren. Die Wirtschaftsdaten sind allerdings ermutigend.

Auch die Eurozone kann mit allgemein soliden makroökonomischen Daten und leicht steigenden Inflationszahlen in verschiedenen Mitgliedstaaten einiges bieten, um nervöse Anleger zu beschwichtigen. Die Renditeabstände rutschen in Italien aber wieder einmal in den „unbequemen“ Bereich ab. Das dürfte die EZB beim Rückzug aus der Rolle als „Staatsanleihekäufer in letzter Instanz“ nicht ignorieren können. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat wiederum eigene Gründe, mit der jüngsten Finanzmarktentwicklung unzufrieden zu sein. Wegen der Folgen der Krise um die türkische Währung schwächte sich der Euro versus Schweizer Franken bis auf ein seit Juli 2017 nicht verzeichnetes Niveau ab. So wurden die seit einem Jahr erzielten Fortschritte zunichte gemacht, und der Schweizer Franken nähert sich wieder dem Kurs von EUR/CHF 1,15.

 

3. Die Emerging Markets hatten die Hauptlast der Probleme in der Türkei zu tragen, die jüngsten Kursrückgänge eröffnen aber auch Chancen.

Die Volkswirtschaften der Schwellenländer in Asien und Lateinamerika haben mit der Türkei nur wenig gemeinsam und unterhalten keine wesentlichen Handelsbeziehungen zu diesem Land. Sie haben jedoch unter einem Stimmungsumschwung zu leiden, genauer gesagt unter der geringeren Risikobereitschaft der internationalen Anleger, seitdem die türkische Lira in Turbulenzen geraten ist. Wir legen dar, warum für uns kein akutes Risiko eines Übergreifens besteht. Am 16. August kehrte sich der mehrtägige Rückgang in der Tat um und an den internationalen Märkten setzte eine leichte Erholung ein, die durch Hinweise auf ein „Auftauen“ der festgefahrenen Situation im Zusammenhang mit dem Handelskonflikt zwischen China und den USA weiter gefördert wurde.

 

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