Die Kursrückgänge der letzten Woche reflektieren zunehmende politische Sorgen und gemischte Daten aus Volkswirtschaft und Unternehmen, insbesondere in Europa. Aber die jeweilige Markteinschätzung hängt davon ab, in welcher Region man sich befindet.


1. Schwächer als erwartete Einkaufsmanagerindizes und Unternehmensergebnisse haben zur Verschlechterung der Stimmung beigetragen.

Die schwachen Einkaufsmanagerindizes (PMI) in dieser Woche haben den Eindruck verstärkt, dass die Erholung in der Eurozone möglicherweise zum Stillstand gekommen ist. In der stark exportorientierten deutschen Volkswirtschaft sind zu den allgemeinen Sorgen um den Welthandel noch spezifische Probleme der Automobilbranche hinzugekommen, die auf dem ifo-Geschäftsklimaindex sowie dem PMI lasten. Die Gewinne der europäischen Unternehmen zu Beginn der laufenden Gewinnsaison enttäuschen eher, und der italienische Haushalt sowie Brexit-Probleme werfen weiterhin lange Schatten, so dass es niemanden überraschen dürfte, dass europäische Aktien weiterhin zu kämpfen haben.

 

2. Im Gegensatz dazu, ist die US-Berichtssaison gut gestartet und die Wirtschaftsdaten haben sich nur leicht abgeschwächt.

In den USA herrscht hingegen eine andere Stimmung. Die Märkte bleiben volatil und im Technologie-Sektor waren einige besonders starke Ausverkäufe zu verzeichnen. Nach der Vorabveröffentlichung von heute lag das BIP-Wachstum in den USA mit 3,5% (gg. Vq., annualisiert) in Q3 etwas unter den 4,2%, die in Q2 erzielt wurden. Auch Daten in Zusammenhang mit dem Immobilienmarkt haben nachgegeben. Ein deutlicher Kontrast zu Europa ist aber die Q3 Berichtssaison. Von den knapp 40% der Unternehmen, die bisher ihre Gewinne veröffentlichten, gaben ca. 80% höhere Gewinne bekannt als erwartet. Das ist wesentlich mehr als der langfristige Durchschnitt von 64%, obwohl der Überraschungsfaktor (d.h. der Prozentsatz der Gewinne, die die Erwartungen übertrafen) im Vergleich zu den letzten vier Quartalen leicht zurückgegangen ist. Im Vorfeld der Zwischenwahlen (6. November) waren die Märkte in der Vergangenheit immer volatil, und die jüngsten Rückgänge scheinen eher eine Modifizierung der Erwartungen widerzuspiegeln als eine Neubewertung des Konjunktur- und Anlageausblicks.

 

3. Die koreanischen BIP-Daten deuten an, dass die Abschwächung in China nicht nur Exporte, sondern auch die Investitionen belastet.

In Asien reagierten chinesische Aktien zu Beginn der Woche zunächst positiv auf offizielle politische Stützmaßnahmen, brachen dann aber ein, um anschließend erneut zu steigen. Es ist mit weiteren Schwankungen zu rechnen, die allerdings Chancen schaffen dürften - diese Woche haben wir eine neue „High Conviction Idee: chinesische Aktien“ veröffentlicht. Eine sorgfältige Bewertung der volkswirtschaftlichen Probleme in China und deren potenziellen Folgen für die asiatischen Nachbarn dürfte auch nicht an Marktschwankungen scheitern. Im Folgenden betrachten wir die kürzlich veröffentlichten koreanischen BIP-Daten für Q3. Das Exportwachstum ist nur leicht zurückgegangen, es war jedoch ein starker Rückgang der Investitionen zu verzeichnen, da die Unternehmen aufgrund der Probleme in China vorsichtiger wurden. Das erinnert daran, dass sich Stimmungen schnell auf Realwirtschaft und auf Finanzmärkte auswirken können.

 

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