EZB und BoJ nahmen bei ihren Meetings diese Wochen keine geldpolitischen Veränderungen vor – und auch die Fed dürfte nächste Woche vermutlich stillhalten. Wir sind für die Konjunktur aber nicht zu pessimistisch gestimmt: die Gewinnentwicklung der US-Unternehmen deutet auf anhaltende Stärke hin.


1. BoJ und EZB ließen die Leitzinsen unverändert, warnten aber vor Risiken. Marktteilnehmer erwarten von der Fed Zurückhaltung.

Die Sitzung der Bank of Japan (BoJ) fand am Dienstag/Mittwoch dieser Woche statt und die der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Die Zinsen blieben unverändert, es war lediglich von erhöhten Risiken die Rede und seitens der BoJ wurden die Inflationsprognosen deutlich reduziert. Der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank (Fed) gibt seine Zinsentscheidung nächsten Mittwoch bekannt. Die Märkte rechnen damit, dass der FOMC die Zinsen unverändert lässt, da die Fed Hoffnungen auf eine Pause bei den Zinserhöhungen zuließ. Im Rahmen einer interessanten Bewegung nach unten preist der Fed Funds Futures-Markt derzeit für das gesamte Jahr 2019 keine Zinserhöhung ein, was teilweise der weltweiten Konjunkturverlangsamung sowie inländischen Faktoren (z.B. der Schließung der US-Administration) zuzuschreiben sein dürfte.

 

2. Wir erwarten keine US-Leitzinsanhebung in der nächsten Woche, aber längerfristig auch keine Lockerung: die Daten bleiben entscheidend.

Die Hoffnung der Anleger, die Fed könnte bei den Zinserhöhungen eine „Pause“ einlegen, war den Aktienmärkten im bisherigen Verlauf des Jahres 2019 sicherlich zuträglich. Andererseits lassen der robuste US-Arbeitsmarkt und die ordentlichen Haushaltsdaten jedoch erwarten, dass das Wachstum in den USA stark bleiben dürfte. Ist der Regierungsstillstand vorüber, könnte sich auch der Konsum teilweise erholen. Wir rechnen nächste Woche nicht mit einer Zinserhöhung, sind aber bis auf weiteres der Meinung, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr zweimal erhöhen dürfte. Natürlich könnte die Fed künftig moderater vorgehen, aber eine solche Richtungsänderung müsste durch die Konjunkturdaten ausgelöst werden. Zumindest bisher scheinen die Gewinndaten der US-Unternehmen für Q4 2018 jegliche weitere Unterstützung für den Aktienmarkt überflüssig zu machen: Von den ca. 15% der S&P 500-Unternehmen, die bisher die Gewinne gemeldet haben, übertreffen fast 80% die Analystenerwartungen.

 

3. Die BoE dürfte im Februar ihre Zinsen ebenfalls nicht anheben. Die Brexit-Debatten im britischen Parlament dürften weiter im Fokus bleiben.

Der geldpolitische Ausschuss (MPC) der Bank of England (BoE) hinkt den anderen Notenbanken hinterher, da die geldpolitische Sitzung erst für den 7. Februar geplant ist. Auch hier ist nicht mit wesentlichen Änderungen zu rechnen, da die jüngsten britischen Konjunkturdaten nicht für eine Zinserhöhung sprechen und die BoE die laufende Parlamentsdebatte über den Brexitaufmerksam verfolgen dürfte, in deren Rahmen nächste Woche wichtige Abstimmungen anstehen. Der jüngste Aufwärtstrend des GBP zeigt, dass die Märkte zunehmend mit einem „weichen“ Brexitoder einer Fristverlängerung für Artikel 50 rechnen. Wir warnen in diesem Zusammenhang jedoch vor zu viel Sorglosigkeit, da dieser spezielle Weg mit zahlreichen Hindernissen gepflastert sein dürfte.

 

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