Eine ausgesprochen „dovish“ verlaufende Sitzung der US-Notenbank hat die Maxime „Eher auf Nummer sicher gehen“ betont. Andere geldpolitische Entscheidungsträger dürften das ähnlich sehen. Werden aber die Finanzmärkte angesichts des breiten Spektrums an Unsicherheiten – allen voran der Brexit – auch weiterhin darauf vertrauen?


1. Die Fed möchte, wie die EZB, zeigen, dass sie auf alle möglichen Probleme von Kapitalmarkt und Ökonomie vorbereitet ist.

Wie erwartet blieben die Leitzinsen bei der Sitzung des geldpolitischen Gremiums der Fed (FOMC) diese Woche unverändert. An den Erwartungen der Mitglieder wurde aber klar, dass Zinserhöhungen 2019 unwahrscheinlich sind, und die BIP-Wachstumsprognose für 2019 wurden reduziert. Der Prozess der Bilanzreduzierung der Fed soll im Mai verlangsamt werden und im September enden. Die geldpolitische Haltung und die Prognosen waren akkommodierender als die bereits sehr gemäßigten Markterwartungen. Es erscheint aber nicht sinnvoll, eine künftige US-Leitzinserhöhung komplett auszuschließen – wir rechnen in der Tat mit einer weiteren Zinserhöhung in den nächsten zwölf Monaten. Teile der Fed-Erklärung wirkten jedoch wie ein Echo der EZB-Entscheidung der letzten Woche, eine Erhöhung der Zinsen auszuschließen und im weiteren Jahresverlauf wieder auf Langfrist-Kredite (TLTRO) zurückzugreifen. Beide Institutionen möchten klar zeigen, dass sie auf alles vorbereitet sind, was Weltwirtschaft oder Kapitalmarkt bereit halten.

 

2. Der Brexit ist das unmittelbar anstehende Problem. Wir rechnen letztlich mit Verhandlungslösungen, warnen aber vor Sorglosigkeit.

Der Brexit dürfte von diesen Herausforderungen die unmittelbarste sein. Am späten Donnerstag signalisierten die EU-Staatschefs im Fall eines Ja des britischen Parlaments zum Deal ein kurze Fristverlängerung bis zum 22. Mai. Andernfalls gilt die Fristverlängerung nur bis zum 12. April. Theresa May könnte Probleme haben, die Zustimmung des widerwilligen Unterhauses für ihren Deal zu erhalten. Wir rechnen nach wie vor mit Verhandlungslösungen, aber ein „harter Brexit" bleibt möglich, was vielleicht an der Erschöpfung der Entscheidungsträger liegen könnte. Bis vor Kurzem wirkten die Märkte erstaunlich entspannt, aber diese Sorglosigkeit könnte ein Ende finden. Die „sicher ist sicher"-Haltung der Notenbanken setzt voraus, dass die Märkte nicht durch düstere Voraussagen verunsichert werden, denn sie gehen von erfolgreichen Verhandlungslösungen aus. Ein Unglück beim Brexit könnte diese Überzeugung vor Herausforderungen stellen.

 

3. Indien ist auf dem Weg zu Wahlen, das Resultat wird am 23.05. erwartet. Der jüngste Anstieg der Inflation dürfte die RBI kaum beunruhigen.

Über das oft spaltende Gerangel um den Brexit hinaus ist es fast beruhigend zu sehen, dass die (zahlenmäßig) größte „Demokratie-Aktion" der Welt – die indische Parlamentswahl – in die Wege geleitet wird. Die Abstimmung soll vom 11. April bis 19. Mai stattfinden und das Ergebnis am 23. Mai bekanntgegeben werden. Wir verschaffen uns im folgenden einen ersten Eindruck von möglichen Kapitalmarktauswirkungen und erörtern die mögliche künftige Geldpolitik der Reserve Bank of India (RBI) vor dem Hintergrund einer unerwartet hohen Inflationszahl für Februar.

 

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