Da Deutschland einer technischen Rezession hauchdünn entkommen ist, konnte in der Eurozone das Schlimmste verhindert werden. Die aktuellen Nöte Europas zeigen, dass der Trend der Weltwirtschaft zwar einen Dämpfer erhalten hat, aber – wie die USA und Asien belegt – nicht gebrochen wurde.


1. Aktien zeigen sich von der Wachstumsverlangsamung in Europa kaum beeindruckt, die Rentenmärkte preisen diese bereits ein.

Eine Einigung über die Finanzierung der Grenzsicherung verlieh US-Aktien Auftrieb, da dadurch ein erneuter „shutdown“ verhindert wurde. Ebenso gibt es neue Hoffnung auf einen möglichen Durchbruch im Zollkonflikt mit China, auch wenn die am 01.03. endende Frist verlängert werden muss. Das Wachstum der Unternehmensgewinne ist nicht mehr so spektakulär wie im vergangenen Jahr und verlangsamt sich. Die Anleger konzentrieren sich daher derzeit lieber auf die positiven wirtschaftlichen Fundamentaldaten. Dies spiegelt sich in der anhaltenden US-Dollarstärke wider und darin, dass damit zu rechnen ist, dass die aktuell abwartende Haltung der Fed künftig wieder aggressiver werden wird.

 

2. Die USA konnten mit der Vermeidung eines weiteren „shutdown“ das Schlimmste verhindern. Ein Handelsdeal scheint möglich.

Europa kämpft weiter mit wirtschaftlichen Probleme, zu denen diese Woche mit vorgezogenen Wahlen in Spanien weitere politische Unsicherheit hinzukam. In Deutschland konnte eine technische Rezession knapp vermieden werden, aber Europa bleibt in den Fängen eines zyklischen Abschwungs, während gleichzeitig in mehreren Mitgliedstaaten langfristige strukturelle Probleme ungelöst bleiben. Das zeigt ein Vergleich der globalen Wachstumsraten in den letzten 20 Jahren auf Seite 3. Die EZB wählt unterdessen für jede öffentliche Stellungnahme eine vorsichtigere Rhetorik. Müssen wir mit einer Änderung ihrer geldpolitischen Orientierung rechnen? Offiziell wird nach wie vor erwartet, dass die EZB ihre Zinsen im weiteren Verlauf des Jahres erhöht. Auch Mittel- & Ost- Europa scheinen gegen Wachstumsverlangsamung nicht gefeit. In Bulgarien, Ungarn, Polen und der Slowakei war in Q4 ein schwächeres BIP-Wachstum zu verzeichnen, sowohl bei den saisonbereinigten Werten im Vorquartals- als auch im Vorjahresvergleich. Dies war auf rückläufige Nettoexporte zurückzuführen, auch wenn die Binnennachfrage einen relativ positiven Beitrag leistete. Großbritannien ist einer Lösung der Brexit-Frage unterdessen immer noch nicht näher gekommen, aber die Inflation fiel unter das Ziel der Bank of England, was die Sorge aus dem letzten Jahr beschwichtigt, das Lohnwachstum sei unter den Anstieg der Lebenshaltungskosten gefallen.

 

3. Das Exportwachstum Chinas feierte ein rauschendes Comeback, das das Anlegervertrauen in ein „soft landing“ in China wieder stärkt.

In China machte sich eine ähnlich positive Stimmung breit, wenn auch aus anderen Gründen. Das Exportwachstum behauptete sich im Januar trotz des eingeschränkten Handels mit den USA unerwartet gut. Die zunehmenden Exporte sowohl in die benachbarten asiatischen Länder als auch in die EU waren mehr als ein Ausgleich für die rückläufigen Exporte in die USA. Die chinesische Volkswirtschaft profitiert unterdessen weiterhin sowohl von fiskalischen wie auch von geldpolitischen Stimulus-Maßnahmen.

 

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In Europa, Mittlerer Osten & Afrika sowie in Asien-Pazifik gilt diese Publikation als Marketing Material, in den USA nicht. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen. Prognosen basieren auf Annahmen, Schätzungen, Ansichten und hypothetischen Modellen oder Analysen, welche sich jederzeit ändern oder als falsch heraus stellen können. Die Informationen können sich jederzeit verändern und sollten nicht als Empfehlung angesehen werden. Es kann keine Gewähr übernommen werden, dass Anlageziele erreicht oder Ertragserwartungen erfüllt werden. CIO Office, Deutsche Bank Wealth Management, Deutsche Bank AG - Email: WM.CIO-Office@db.com