Die kräftige Konjunktur in USA steht weiter im Kontrast zu uneinheitlichen Daten in China und anhaltenden strukturellen Problemen in Europa. Deuten unsere Basisszenarios auf eine mögliche Umkehrung dieser Muster hin?


1. Die US-Zwischenwahlen dürften die Wirtschaftspolitik nicht verändern, mögliche Kursanstiege am Aktienmarkt dürften aber moderat ausfallen.

In USA finden am 6. November die Zwischenwahlen statt und die aktuellen Umfragen und Prognosen zeigen, dass sie zu einer „gespaltenen“ Regierung führen könnten, da die Demokraten wahrscheinlich die Mehrheit im Kongress erhalten werden, aber nicht im Senat. Dieses Szenario dürfte dem US-Wachstum wahrscheinlich nicht schaden, da die Steuersenkungen in einer solchen Situation nicht rückgängig gemacht werden können und die Haushaltsausgaben, wenn es überhaupt zu Veränderungen kommt, steigen dürften. Das anhaltend starke Wirtschaftswachstum und die Fortsetzung des Straffungszyklus der Fed dürften die internationalen Staatsanleiherenditen in den nächsten zwölf Monaten in die Höhe treiben. Obwohl die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, dass die Aktienmärkte im 12-Monatszeitraum nach der Wahl normalerweise Gewinne verzeichnen, könnte die Erholung dieses Mal relativ gedämpft ausfallen. Aber selbst in diesem Fall dürften Volkswirtschaft und Märkte in den USA insgesamt positiv bleiben.

 

2. Trotz niedrigeren Exportwachstums und „sanfter Landung“ der Konjunktur in China dürfte die Volatilität an den Märkten anhalten.

Die chinesischen Konjunkturdaten könnten dagegen in den nächsten Monaten gemischt ausfallen. Das Exportwachstum war höher als erwartet, was aber darauf zurückzuführen sein dürfte, dass Unternehmen den Versand von Waren wegen der erwarteten Zölle vorgezogen haben. Ein künftig schwächeres Exportwachstum könnte das chinesische BIP-Wachstum in Q4 beeinträchtigen, wir gehen aber von einer „sanften Landung“ der Konjunktur aus. Stimulus-Maßnahmen der Regierung sollten für die Unterstützung des Wachstums in Q4 eine wachsende Rolle spielen, und höhere Anleiheemissionen lokaler Regierungen in den letzten Monate zeigen, dass Infrastrukturinvestitionen anstehen dürften. Aber auch eine geschickt gelenkte Konjunkturverlangsamung dürfte in den nächsten Monaten kaum eine anhaltende Volatilität der chinesischen Aktien-und Rentenmärkte verhindern.

 

3. Auch wenn sich das Brexit-Patt als lösbar erweisen sollte, dürfte der Weg dorthin holprig sein und die Märkte beunruhigen.

In Europa bleiben die beiden wichtigsten strukturellen Probleme der Brexit und Italien. Beim Brexit-Gipfel der EU-Staatschefs in dieser Woche kam es zu keinem Durchbruch, aber man diskutierte über eine mögliche Verlängerung des Übergangszeitraums. Wir gehen davon aus, dass letztendlich eine Einigung mit der EU zustande kommt, der die britische Regierung zustimmt. Der Weg dorthin könnte allerdings von Hindernissen gesäumt sein, und ein harter Brexiterscheint nach wie vor möglich. Die Marktteilnehmer dürfen ihre Aufmerksamkeit wieder stärker auf Italien richten, sobald die EU-Kommission ihre Stellungnahme zum Haushalt abgibt und die Entscheidungen der Rating-Agenturen näher rücken. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die italienische Regierung eher auf den Druck der Märkte reagieren dürfte als auf den Druck seitens der EU-Institutionen.

 

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