Angetrieben von der „Geduld“ der US-Notenbank und der Hoffnung auf einen „Handelsdeal“ haben die Aktienmärkte ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Die Staatsanleiherenditen sind derweil weiter gefallen, da sich die Anleger auf das langsamere Wachstum und seine Folgen einstellen. Wie lange kann die Koexistenz dieser beiden Trends anhalten?


1. Die US-Inflationsdaten lassen der Fed alle Optionen offen und weitere Faktoren, die Aktien Unterstützung geben, sind erkennbar.

Die niedrigen US-Inflationszahlen dieser Woche verliehen den Märkten Zuversicht, dass die US-Notenbank (Fed) nicht zu Zinserhöhungen gedrängt wird. Bei der Pressekonferenz nach dem FOMC Meeting dürfte Powell einen „geduldigen“ Ansatz bestätigen, obwohl die Märkte beginnen könnten, Änderungen im Zusammenhang mit der Bilanznormalisierung als Hinweis auf die Geldpolitik zu betrachten. Ein erstes Handelsabkommen zwischen den USA und China könnte sich ebenfalls positiv auswirken, selbst wenn es unvollständig sein sollte. Die Abstimmungen im britischen Parlament zur Vermeidung eines „harten Brexit“ und einer Fristverlängerung gemäß Artikel 50 dürften britischen und europäischen Aktien Unterstützung geben.

 

2. Die Wachstumsprobleme könnten aber auch Aktien treffen und bei Anleihen scheint der Pessimismus übertrieben: Wir rechnen mit einem US-Zinsschritt.

Jüngste Daten zeigen, dass sich das Wachstum der Industrieproduktion in China weiter verlangsamt hat und die Grundstücksverkäufe aufgrund von Sorgen im Immobiliensektor zurückgegangen sind. Auch in der Eurozone ist die Industrieproduktion rückläufig. Die Probleme der Realwirtschaft dürften sich bald auf Unternehmensgewinne und Aktienkurse auswirken: Hinweise sind, dass die Zahl der US-Unternehmen, die negative Prognosen für den Gewinn pro Aktie in Q1 abgeben, größer ist als die Zahl derer mit positiven Prognosen. Auch sind die Konsens-Gewinnprognosen für Q1 weiter gefallen. Bei festverzinslichen Anlagen sind wir aber der Meinung, dass die Märkte die schlechte Stimmung möglicherweise übertreiben: Die aktuelle am Markt eingepreiste Konstellation, dass eine US-Leitzinssenkung wahrscheinlicher ist als eine Zinserhöhung, halten wir für falsch und rechnen weiter mit einer Zinserhöhung der Fed innerhalb der nächsten zwölf Monate. Wir erwarten einen Zinsanstieg am langen Ende der Kurve, weshalb wir festverzinsliche Anlagen mit kurzer Duration bevorzugen. Kurz gesagt dürfen wir nicht davon ausgehen, dass die aktuell widersprüchlichen Trends an den Aktien- und Rentenmärkten lange anhalten. Wir rechnen im weiteren Jahresverlauf mit Volatilität an den Aktienmärkten und mit steigenden Zinsen.

 

3. Die Brexit-Debatte geht weiter, aber wir halten einen „Soft-Brexit“ noch immer für wahrscheinlicher als einen „No-Deal“-Austritt.

Abstimmungen des britischen Unterhauses, um eine Verlängerung der Frist nach Artikel 50 zu beantragen und (theoretisch) einen „harten Brexit“ auszuschließen, waren dem britischen Pfund zuträglich, obwohl dieses nach den zunächst verzeichneten Anstiegen wieder unter Druck geraten sind. Wie der politische Prozess genau ausgehen wird, ist unklar. Wir sind allerdings der Meinung, dass ein „weicher“ bzw. gemanagter Brexit immer noch wahrscheinlicher ist als ein Austritt ohne Abkommen.

 

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