Nach einem düsteren 4. Quartal 2018 haben US-Anleger mit soliden Makrodaten und einer geduldigeren US-Notenbank wieder Gründe, besser gestimmt zu sein. Das hilft auch den Märkten der Schwellenländer. Einige Länder der Eurozone geben hingegen Anlass zur Sorge.


1. US-Investoren spüren den Hauch des vormals fast perfekten Marktumfelds, die Sorgen der letzten Monate nehmen ab.

Man kann es den Anlegern nachsehen, dass sie sich nun fragten, warum so viel Rummel um die Konjunkturverlangsamung in den USA gemacht wurde. Nachdem mehrere Monate lang eine trübe Stimmung vorherrschte, die durch Bedenken rund um die jüngste Schließung der US-Administration noch verstärkt wurde, scheinen sich nach positiven Konjunkturdaten die Wolken wieder zu verziehen. Nach deutlicher Wende übersteigt das Stellenwachstum die Markterwartungen, ohne dass jedoch eine übermäßige Lohninflation droht, während sich die industrielle Fertigung erholt hat und die „Delle“ wettzumachen scheint, die die Finanzmärkte im Dezember so stark verstimmt hatte. Niedrigere Treibstoffpreise verstärkten die gute Stimmung, die durch die Versicherung neuer Flexibilität seitens der US-Notenbank (Fed) bei Entscheidungen über künftige Zinserhöhungen aufkam. Während die Marktteilnehmer vorsichtig bleiben, lässt der Konjunkturausblick Erinnerungen an 2017 aufkommen.

 

2. Die Ökonomie der Eurozone sieht sich im Gegensatz zu den USA zunehmend negativen Konjunkturdaten gegenüber.

Der Kontrast zum Geschäftsklima in der Eurozone könnte größer nicht sein. Der Einkaufsmanagerindex für den verarbeitenden Sektor bewegt sich nur knapp über der Expansionsschwelle und jüngste Einzelhandelsumsatzdaten für Dezember zeigten einen Rückgang. Die EU-Kommission reagierte mit einer Senkung ihrer BIP-Wachstumsprognose 2019 für den Euroraum auf 1,3%. Die größten Sorgen bereitet den Anlegern allerdings das Risiko, dass Deutschland in eine technische Rezession abgleiten könnte, die als zwei aufeinanderfolgende Quartale mit negativem BIP-Wachstum definiert wird. In Italien ist eine solche Situation diese Woche bereits eingetreten. Darüber hinaus konnte Italien im letzten Jahr nur knapp eine Machtprobe mit der EU zum Haushaltsdefizit vermeiden. Da das Wachstum jetzt unter den Prognosen der Regierung liegt, könnte das Haushaltsdefizit den mit der EU vereinbarten Wert übersteigen. Der Streit vom letzten Jahr könnte somit neu aufflackern und die Rentenmärkte verunsichern. Der Zeitpunkt dieser Entwicklungen ist für die EZB – acht Monate vor der Ernennung eines neuen Vorsitzenden – alles andere als ideal.

 

3. Eine etwas lockerere Haltung der Fed kommt den Zentralbanken in Asien entgegen, die letztes Jahr mit der US-Dollarstärke zu kämpfen hatten.

Die Tatsache, dass die Fed die zuvor recht aggressive geldpolitische Haltung änderte, hatte in Asien weitreichende Folgen, da sich die Notenbanken der Region vom Schreckgespenst der kontinuierlichen Aufwertung des US-Dollars befreit sehen. Die Reserve Bank ofIndiahat diese Woche den Leitzins um 25 Basispunkte auf 6,25% gesenkt, während die Bank of Thailand von einer Zinserhöhung absah und sich die Abwertung der Indonesischen Rupiah gegenüber dem US-Dollar vom letzten Jahr teilweise umkehrte.

 

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