Währungen: Mögliche Korrektur beim Schweizer Franken

Mittlerweile tragen Kapitalabflüsse dazu bei, den Kurs des Schweizer Frankens näher an die Kaufkraftparität zu bringen.

  • Nach Jahren der Überbewertung könnte der Schweizer Franken nun vor einer Korrektur stehen.

  • Nachdem er lange Zeit als „sicherer Hafen“ stark gefragt war, kommt es nun zu Kapitalabflüssen aus dem Franken, die seinen Wert etwas näher an die Kaufkraftparität bringen dürften.

  • Alleine im August reduzierten ausländische Geschäftspartner von Schweizer Banken auf Schweizer Franken lautende Vermögenswerte um 10% oder 20 Mrd. Franken. Zusätzlich zu den Daten, die den Abzug von als „sichere Häfen“ geltenden Einlagen durch Auslänger belegen, gibt es Hinweise, dass die Binnenwirtschaft der Schweiz ein höheres Exposure gegenüber Fremdwährungen aufbaut.

  • Dies lässt vermuten, dass der Anstieg des Euro-Schweizer-Franken-Wechselkurs von 1,07 im Frühjahr auf derzeit 1,15 keine kurzfristige Anomalie, sondern der Beginn eines neuen Trends sein dürfte.

  • Betreffend des Euros könnte sich nun, da die EZB die vorsichtige Reduzierung ihrer geldpolitischen Lockerung gestartet hat, das Interesse auf die anstehenden Termine der US-Notenbank sowie die US-Steuerreform richten

  • Beide Faktoren könnten den US-Dollar stärken, was bereits zu geschehen scheint. Der Euro-US-Dollar-Wechselkurs bewegte sich in lediglich 24 Stunden (von 26. zum 27. Oktober) von 1,1810 auf 1,1766.

  • Wir erwarten, dass bis Ende September 2018 die Marke von EUR/USD 1,10 erreicht wird.
     

EUR/CHF-Wechselkurs 

Quelle: Bloomberg Finance L P, Deutsche Bank Wealth Management. Stand: 27. Oktober 2017.

Stéphane Junod
CIO EMEA
Quelle: CIO Bulletin, 27. Oktober 2017