Rohstoffe: Ölpreise weiter gestiegen

Der Anstieg der Ölpreise wurde durch Kommentare zu Angebotskürzungen aus Saudi-Arabien gestützt. Wir lassen unsere Ölpreisprognose bis September 2018 unverändert.

  • Sowohl infolge von Hoffnungen auf eine mögliche Verknappung des Angebots als auch mit Blick auf günstigere Wirtschaftsdaten in Europa und anderen Ländern sowie eine steigende Nachfrage haben sich die Ölpreise den größten Teil der Woche nach oben bewegt.
     

  • Die Marktteilnehmer wurden vor allem von Kommentaren des saudi-arabischen Energieministers Al-Falih ermutigt, dass sein Land entschlossen sei, die jahrelange Angebotsschwemme bei Rohöl zu beenden.
     

  • Das nächste OPEC*-Meeting findet am 30. November statt und die gegenwärtige Fördervereinbarung läuft im März 2018 aus. Beides dürfte die OPEC-Produktion (und die damit verbundenen Vereinbarungen mit Nicht-OPEC-Produzenten) in den nächsten Monaten in den Fokus rücken.
     

  • Auf der Angebotsseite gab es zudem Sorgen um potentielle Förderunterbrechungen in Nahost.
     

  • Wir halten dennoch an unserer vorsichtigen Einschätzung zum zukünftigen Ölpreispotential fest. Unserer Prognose für Ende September 2018 bleibt bei 50 US-Dollar pro Fass und wir halten es für möglich, dass eine steigende US-Förderung Produktionsrückgänge anderswo ausgleichen kann.
     

  • Datenpunkte der zurückliegenden Woche zeigten, dass das Verhältnis von Angebot und Nachfrage nach wie vor einen nachhaltigen Ölpreisanstieg unwahrscheinlich erscheinen lassen. So belegten Daten der US-Energiebehörde (EIA) am Donnerstag, dass die US-Lagerbestände in der Vorwoche um 856.00 Fass anstiegen sind (Investoren hatten einen Rückgang um 2,6 Mio. Fass erwartet).

  • Die Daten der EIA zeigten auch, dass die US-Produktion nach dem Rückgang infolge von Hurrikan Nate in der letzten Woche wieder um 1,1 Mio. Fass anstieg und zu ebenfalls höheren US-Ölexporten führte. 

 

US-Rohöl-Lagerbestände in diesem Jahr** 

*Organisation erdölexportierender Länder **Ohne strategische Ölreserven Quelle: US Energy Information Administration. Stand: 20. Oktober 2017.

Markus Müller
Global Head
CIO Office
Quelle: CIO Bulletin, 27. Oktober 2017