Der exklusive Londoner Club „The Hospital“ ist mehr als nur ein extravaganter Treffpunkt für bekannte Kreativköpfe. Hier lernen junge Visionäre auch viel über die kommerziellen Aspekte ihrer Tätigkeit. Anna Wallace-Thompson traf Kreativdirektor Michael Berg und sieben junge Leute, die in den letzten Jahren vom Programm des Clubs profitiert haben.

 

Wie jeder aufstrebende Künstler oder Designer erklären wird, kann es in der Kreativbranche knallhart zugehen. Für jemanden, der versucht, sein erstes großes Projekt zu starten oder Arbeit in seinem Lieblingsbereich zu finden, kann eine Großstadt wie London ein Ort voller Möglichkeiten sein, aber auch ein entmutigender Ort, an dem viele zu scheitern fürchten.

 

Hier kommt der Hospital Club ins Spiel. Ein Privatclub in den Räumen des ehemaligen St. Paul’s Hospital, dessen Geschichte bis in die Regency-Ära zurückreicht. Nach einem Umbau durch den Microsoft-Mitbegründer Paul Allen und den Musiker Dave Stewart von der Popgruppe Eurythmics entstand hier ein Ort, an dem kreative Köpfe und Gleichgesinnte sich nicht nur treffen, sondern auch gemeinsam arbeiten können.

 

Mitten im Herzen Londons gelegen, im angesagten Covent Garden, ganz in der Nähe des lebhaften Theaterbezirks der Stadt, öffnete der Hospital Club 2004 seine Pforten. Wie in anderen exklusiven Mitgliederclubs gibt es auch hier Lounges, Bars, Unterkünfte, ein Restaurant und einen Fernsehraum – allesamt luxuriös ausgestattet. Doch anders als bei der Konkurrenz gibt es hier auch hochmoderne Musik- und Filmstudios sowie Räume für Events.

 

„Dave und Paul hatten die Vision eines Clubs, in dem Kreative nicht nur zusammenkommen können, um unter Menschen zu sein, sondern in denen sie auch etwas Reelles erschaffen können“, sagt Kreativdirektor Michael Berg. „Außerdem hofften sie, dass es dort die Möglichkeit gäbe, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben.“ Seit seiner Gründung betreibt der Club ein Künstler-Ausbildungsprogramm. 2014 machte der Club seine wohltätige Seite mit Gründung der h.Club Foundation offiziell. Sie finanziert Initiativen, die jungen Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen den Einstieg in die Kreativbranche erleichtern sollen.

 

Was das Kreativ-Programm bietet

Bewerber für das Kreativ-Programm – Aushängeschild der h.Club Foundation – müssen zwischen 21 und 35 Jahre alt sein und wenigstens drei Jahre Erfahrung in einem von fünf Feldern aufweisen: Film, Musik, Kunst und Design, Theater und Performance oder Mode. Wer angenommen wird, erhält einen professionellen Coach, einen Geschäftsmentor, Fortgeschrittenen-Workshops, ein 3.000-Pfund-Stipendium zur Fertigstellung einer Arbeit und einen Ausstellungsraum im Club zum Jahresende. Außerdem erhalten sie ein Jahr freie Mitgliedschaft im Club, damit sie den gewonnenen Schwung nutzen und ihr Netzwerk weiter festigen.

 

Für Michael Berg besteht die lohnenswerteste Erfahrung, die das Programm bietet, in der einfachsten: „Wir sprachen mit einem Autor, der nebenbei in einem Buchladen arbeitete, um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Wir fragten ihn, was es für ihn bedeuten würde, wenn er in das Programm käme, und er erklärte uns, dass er in einer WG wohne, ohne Gemeinschaftsraum, und er säße jeden Abend in seinem Zimmer auf seinem Bett und schreibe dort. So einfach war das – er brauchte einen Ort, an dem er sich hinsetzen und schreiben konnte. Und wissen Sie was? Manchmal ist das besser, als jemandem Tausende Pfund zu geben – es war dieser Raum, um etwas zu erschaffen, und die Kontakte, die er knüpfte, die am Ende das Wertvollste für ihn waren.“

 

Wir sprachen mit sieben Talenten, die 2016 und 2017 Teilnehmer des Programms waren, um herauszufinden, welchen Nutzen der Club für sie hatte.

Uju Obi, Kunst und Design, 2017
 
 

Uju kommt aus der Textilbranche, arbeitet heute aber vornehmlich mit Glas. Sie fängt seine Kraft zur Spiegelung und Brechung von Licht ein, um damit zu spielen, und nutzt eine Menge verschiedener Techniken, um die Vielseitigkeit des Materials aufzuzeigen, von der Beschichtung bis zum Sandstrahlen, vom Wasserstrahlschneiden bis zur Malerei. „Da ich nicht den üblichen Weg über die Kunstschule gegangen bin, war es für mich aufregend, hier ein professionelles Coaching und Mentoring zu erhalten“, sagt sie. „Da ich mir das meiste selbst beigebracht hatte und Vollzeit in der Rechtsbranche arbeitete, hatte ich nicht oft die Gelegenheit, andere Kreative kennenzulernen, schon gar nicht in einem anderen Bereich als meinem. Die Möglichkeiten hier sind einfach toll.“

Christopher Smith, Musik, 2017


Christopher, dessen Sound gern mit dem von Pharrell Williams und Bruno Mars verglichen wird, ist Rapper und Songwriter und besser bekannt als BlackSmith. „Als ich mich für das Programm beworben habe, war ich an einem Punkt in meinem Leben, an dem ich bereit war, das Handtuch zu schmeißen und die Musik aufzugeben“, gibt er zu. „Im Club haben sie Potenzial in mir und meiner Musik gesehen und beschlossen, mich zu unterstützen.“ Das Stipendium ermöglichte es Smith, seine Musik professionell zu produzieren – aktuell arbeitet er an seiner Debüt-EP –, während der Coach ihm half zu lernen, wie er sich selbst und seine Art zu denken herausfordern konnte. „Das hat mich enorm weitergebracht.“ 

 

Francisco Rico, Mode, 2016
 

Vor seiner Arbeit als Haute-Couture-Hutmacher war Francisco Rico mehrere Jahre als Betriebswirt für verschiedene Firmen tätig. Erst als er 2012 nach London zog, begann er, sich ganz seiner wahren Leidenschaft zu widmen und Hutmacherei zu studieren. Seine Entwürfe fanden Einzug ins Magazin „Vogue“ und in Londons berühmtes Kaufhaus Fenwick’s. „Für mich persönlich war das Netzwerk der nützlichste Aspekt“, sagt Rico. „Ich hatte die Gelegenheit, interessante Leute aus vielen verschiedenen Kreativ- und Geschäftsbereichen kennenzulernen. Mein Label hat ein Fundament entwickelt, das mir hilft, zu einer größeren und stabileren Marke zu reifen.“

Mike Vanis und Cindy Strobach, Kunst und Design, 2016 
 

Mike Vanis und Cindy Strobach, das Duo hinter Unit Lab, versucht unseren Blick auf die Natur um uns herum neu zu kalibrieren. Ihre Arbeiten reichen von kleinen (in der Hand gehaltenen) Objekten bis zu großen Installationen, vom Produkt- und Möbeldesign bis zu Zeichnungen aus der Welt der Elektronik und Computerwissenschaften. „Die Workshops und Business-Unterstützung, die wir als 'Junge Kreative' erfahren haben, waren genau das, was wir zu dem Zeitpunkt brauchten“, sagt das Paar. Auch die Möglichkeit, ihre Arbeiten auszustellen, war unbezahlbar. „Wir hatten die unglaubliche Gelegenheit, das Schaufenster des Clubs zu nutzen, was uns erhebliche Medienpräsenz und Rückmeldungen aus der Öffentlichkeit brachte.“

 


Riffy Ahmed, Film, 2016
 

Visual Artist und Regisseurin Riffy Ahmed stammt aus London und leitet dort ihr eigenes Kunstkollektiv Specular Collective. Als Künstlerin konzentriert sie sich auf Film, Video und Fotografie, Installationen und Performance. „Es kommt so selten vor, dass man ein Projekt findet, das einem Zugang zu einem tollen Mitgliederclub bietet und einem individuell zugeschnittenen Mentoring- und Coaching-Programm“, sagt sie. „Ich fühlte mich wie Charlie Bucket, der die goldene Eintrittskarte in seiner Schokoladentafel findet.“ Ihr Programm beinhaltete ein Mentoring durch Matthias Gruendler von Curious Leaders und Pinky Shundale, Produzentin von Steve McQueens Kunstfilmen. „Diese Leute waren für mich das Wichtigste in meinem Jahr“, sagt sie. „Es war so erfrischend, ganz offen mit zwei erfolgreichen Profis über meine Absichten, Ängste und Ziele zu sprechen.“

Andrea Boccadoro, Musik, 2016
 

Komponist Andrea Boccadoro konnte seine Arbeiten unter anderem an Orten wie dem Barbican Centre, BFI und V&A Museum aufführen. Er bewarb sich für das Junge-Kreative-Programm, um seine Karriere auf die nächste Stufe zu heben. „Ich stand kurz davor, meinen Masterabschluss in Filmkomposition am Royal College of Music zu machen“, erzählt er, „und ich brauchte dringend Rat und einen Mentor.“ Für Boccadoro war es der Gemeinschaftssinn, den er besonders hilfreich fand, und er war begeistert von der „Interaktion mit anderen Kreativen und Mitgliedern des Clubs, das hat meine eigene Energie verstärkt“. Zusätzlich wurde er kürzlich eingeladen, der Agentur Air-Edel beizutreten, in der auch seine Mentorin Maggie Rodford vertreten ist.

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