Rohstoffe

Rohölpreis: Der Fokus bleibt auf dem steigenden US-Angebot

Trotz einer moderaten Erholung bleiben die Ölpreise vergleichsweise niedrig, da Befürchtungen in Bezug auf ein Angebots-Nachfrageungleichgewicht die Hoffnungen auf eine Verlängerung der seitens der OPEC* vereinbarten Produktionskürzungen überschatten.

 

Die US-Förderung steigt weiter an und kompensiert einen Teil der Produktionskürzungen der OPEC. Die Zahl der aktiven US-Ölplattformen stieg 14 Wochen in Folge und erreichte den höchsten Stand seit April 2015.

 

Demnächst beginnt die Sommerreisesaison („driving season“) und könnte die Rohölnachfrage antreiben. Da jedoch der Umfang der künftigen OPEC-Vereinbarung zu Produktionskürzungen nicht bekannt ist, gehen wir eher von einer Seitwärtsbewegung des Ölpreises bis zum nächsten OPEC-Treffen am 25. Mai aus.

 

Falls keine Vereinbarung getroffen wird, dürfte sich der Ölpreis weiter abschwächen. Insbesondere, wenn Russland den für diesen Fall angekündigten Schritt einer Produktionsanhebung auf den höchsten Stand seit rund 30 Jahren umsetzen sollte.

 

Der Goldpreis stieg vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich und mit Zunahme der geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Nordkorea sowie Syrien auf den höchsten Stand seit vier Monaten.

 

Kurzfristig könnte der Goldpreis aber unter Druck geraten. Mögliche Gründe hierfür sind das Ausbleiben geopolitischer Ereignisse, ein Abebben der politischen Risiken in Frankreich, die Vermeidung der vorübergehenden Schließung von US-Behörden („shutdown“), eine wahrscheinliche US-Leitzinsanhebung im Juni sowie die möglicherweise wieder stärkere Risikoneigung der Anleger im Zuge wachsender Unternehmensgewinnen 

Aktive US-Ölplattformen und Rohölpreisentwicklung

 

Quelle: FactSetResearch Systems Inc., Deutsche Bank WealthManagement.

Stand: 25. April 2017.

 

* OPEC: Organisation erdölproduzierender Länder

** WTI: Rohöl, der Sorte West Texas Intermediate

 

 

Markus Müller

Head CIO Office

Quelle: CIO Bulletin, April 28, 2017