Japanischer Yen

Nach wie vor wird langfristige Schwäche erwartet

Kurzfristig könnte eine Zunahme des Risikobewusstseins aufgrund von geopolitischen Ereignissen (insbesondere in Europa und Asien) zu einem stärkeren JPY führen.

 

Eine Reihe von Faktoren sprechen aber auf Sicht von 12 Monaten für einen schwächeren JPY. Dazu gehört die Divergenz des geldpolitischen Kurses der Zentralbanken mit erwarteten Leitzinsanhebungen und steigenden Anleiherenditen in den USA und einer Bank von Japan (BoJ), die die Renditen 10-jähriger Anleihen weiter bei ~0% halten dürfte.

 

Die BoJ sollte ihre lockere Geldpolitik auf absehbare Zeit beibehalten, könnte sich im weiteren Jahresverlauf aber auf eine neutralere Haltung hinbewegen. Sie dürfte an ihrem Instrument der Steuerung der Zinsstrukturkurve festhalten, um die Inflation anzuheben und hat zuletzt bei Offenmarktgeschäften stark am Markt interveniert. Die Inflation hat sich im Februar aufgrund von statistischen Basiseffekten auf 0,3% gg. Vj. verringert, sollte sich aber in den kommenden Monaten wieder Richtung 0,6% bewegen. Die weiter locker-neutrale Geldpolitik der BoJ sollte in Kombination mit den US-Leitzinsanhebungen zu einem schwächeren JPY führen.

 

In unserem Basisszenario gehen wir von einer Auflösung der Ereignisrisiken im weiteren Jahresverlauf aus. 

Renditedifferenz 10-jähriger Anleihen USA-Japan und Wechselkurs

 

Quelle: Bloomberg Finance L.P., Deutsche Bank AG Wealth Management.

Stand: 18. April 2017.

 

Tuan Huynh

CIO APAC and Head of DPM APAC

Source: CIO Bulletin, 18. April 2017