Europäische Aktien

Globales Wachstum stützt europäische Aktien

Die relative Abwärtsentwicklung europäischer Aktien im Vergleich zum S&P 500 dürfte zu Ende sein. Nachdem der Stoxx 600 in den vergangenen sieben Jahren gegenüber dem S&P 500 auf relativer Basis rund 30% verloren hat, konnte er diesen seit Jahresbeginn um 2% outperformen.

 

Während die jüngste Rally bei europäischen Aktien mit nachlassenden politischen Sorgen zusammenhängt, beruht der umfassende Richtungswechsel auf einer substanziellen Verbesserung der Daten für das europäische und globale Wachstum.

 

Europäische Aktien neigen dazu, vom globalen Wachstum stärker zu profitieren als vergleichbare US-Aktien und zwar aus folgenden Gründen

 

Erstens Umsatzstruktur: Europäische Unternehmen verfügen über ein höheres globales Exposure als US-Unternehmen, die stärker binnenwirtschaftlich orientiert sind. Über die Hälfte der Umsätze der im Stoxx 600 gelisteten Unternehmen werden im Ausland erzielt, gegenüber 30% bei den im S&P 500 enthaltenen Unternehmen.

 

Zweitens operative Hebelwirkung: Europäische Unternehmen haben aufgrund eines höheren Fixkostenanteils (an den Gesamtkosten) eine stärkere Hebelwirkung bei steigenden Umsätzen. Aus diesem Grund leiden die europäischen Aktienmärkte stärker als die US-Aktienmärkte falls die Umsätze in gleichem Maße zurückgehen. Im Umkehrschluss haben europäische Aktien aber auch mehr Spielraum für steigende Gewinne als US-Aktien, falls die Umsätze in gleichem Ausmaß steigen.

 

Somit erscheint das robuste globale Wachstum essentiell für die Outperformance europäischer Aktien und bei weltweit weiter auf Wachstum stehenden Frühindikatoren dürfte der Ausblick für Europa vielversprechend bleiben. Auch wenn das Tempo der Wachstumsverbesserung den Höhepunkt erreicht haben sollte, erwarten wir keine Umkehr des jüngsten Trends bei Aktien, sondern lediglich einen etwas gemächlicheren Anstieg. 

Relative Kursentwicklung von Stoxx 600 und S&P 500 Index im vergangenen Jahrzehnt

 

Quelle: Bloomberg Finance L.P., Deutsche Bank Wealth Management.

Stand: 2. Mai 2017.

 

Stéphane Junod

CIO EMEA and Head of DPM EMEA

Quelle: CIO Bulletin, 4. Mai 2017