Unternehmensanleihen mit Opportunitäten

Die US-Staatsanleiherenditen dürften in einem Seitwärtsband bleiben, bis sich Klarheit zur Steuerreform ergibt. Wir bevorzugen Unternehmensanleihen.

Die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen dürften in einem engen Seitwärtsband bleiben, bis sich mehr Klarheit zur US-Steuerreform und ihrer Wirkung auf Wirtschaftswachstum und das öffentliche Defizit ergibt.

 

Mangelnde Klarheit während der öffentlichen Debatte des Steuerpakets in der aktuellen Fassung im Kongress und Wirtschaftsdaten, die durch Hurrikaneffekte verzerrt sein dürften, sollten einen Seitwärtstrend der Renditen begünstigen.

 

Wir halten aber an unserer langfristigen Einschätzung fest, dass die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen ausgehend von den aktuellen Niveaus steigen sollten (12 Monatsziel: 2,6%). Höheres globales Wachstum, moderat steigende Inflation und eine schrittweise Normalisierung der Geldpolitik (Beginn “quantitative tightening“ – quantitative Verknappung – in diesem Monat) sollten die Renditen nach oben treiben. Das Protokoll des Septembermeetings des Fed-Offenmarktausschusses zeigt, dass eine weitere Leitzinsanhebung in diesem Jahr „angemessen“ erscheint.

 

„Aktuell zeigen Terminmarktfutures (Fed-Funds-Rates) eine Wahrscheinlichkeit von ca. 80% für eine Leitzinsanhebung bei der Sitzung im Dezember.“


Wir bevorzugen weiter Investments in Unternehmensanleihen, da der bessere Wirtschaftsausblick, eine geringe Rezessionswahrscheinlichkeit, ein solides Unternehmensumfeld (gesunde Bilanzen) und die Suche nach Rendite Unternehmensanleihen in den nächsten 12 Monaten unterstützen sollten.

 

Außerdem dürften mögliche US-Politikmaßnahmen (z.B. Steuerbegünstigungen bei Repatriierung) für US-Unternehmen vor allem im Bereich Investmentgrade wegen hoher Kassenbestände im Ausland günstig sein und Hochzinsanleihen dürften durch ein Umfeld mit geringeren Zahlungsausfällen unterstützt werden.


Wir bevorzugen Anleihen aus Schwellenländern (EM) ggü. Hochzinsanleihen aufgrund des günstigeren Wachstumsausblicks, günstiger Indikatoren zur Verschuldung (stabile öffentliche Verschuldungsquoten) geringerer Inflation sowie Renditeabständen deutlich über vorangegangener Tiefstände und einer in den kommenden 12 Monaten solide erwarteten globalen Nachfrage nach EM-Anleihen. 


EM-Renditeabstände dürften sich weiter verringern

Quelle: Bloomberg Finance L.P, Deutsche Bank AG. Stand: 10. Oktober 2017.

Christian Nolting
Global Chief Investment Officer (CIO)
Quelle: CIO Bulletin, 13. Oktober 2017